Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

Seite: 150
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a) f]\ie\va

b) HecTiri? e\npös

0-27 Liter
0*55 Liter

2. Reihe.

c) r\\xe\va 0*75 Liter

d) Hecr-rnc; oivou 1-05 Liter

e) ö"nu6öi(o)v 6'3 Liter

f) uöötoq ........

Wie Cichorius treffend bemerkt, bilden a, b, e, f eine zusammen-
hängende Reihe, und zwar, den Heering eXnpöc; als Einheit genommen,
ist e = 12 6; / demnach = 24 6. Die oben festgestellte Identität des
Olmaßes mit dem syrischen Hohlmaße wird durch dieses auf empiri-
schem Wege gefundene Resultat bestätigt.

Die Reihe der Hohlmaße des Tisches ist die babylonische, auf
dem leichten babylonischen Silbertalente aufgebaute, deren charakte-
ristische Eintheilung in dem modius dieser Reihe erkennbar ist. Denn
wie das Saton in 24 Log zerfällt, so hier der Modius in 24 Sextare.
Da nun das Log, wie Brandis gezeigt hat, der Rauminhalt einer Mine
(= 560 Gramm) ist, so muss es, in unserem Maße gemessen, 0*56 Liter
gehalten haben, d. h. ebensoviel wie der Heering eXrjpöq des Tisches.

Ferner kann es als gesichert betrachtet werden, dass, wie seit
langem angenommen wird, im syrischen System neben dem auf dem
schweren babylonischen Silbertalent beruhenden Metretes, der Maris
stand von dem Rauminhalt eines leichten babylonischen Silbertalentes.
Die Unterabtheilungen des Maris stellt der Maßtisch unter dem Namen
des Olmaßes dar.

Der zweite sextarius des Tisches ist allem Anscheine nach das
Doppelte des gewöhnlichen römischen sextarius und dürfte demnach
dem modius castrensis entsprechen, der das Doppelte des gewöhnlichen
modius hielt.

Heidelberg

A. v. DOMASZEWSKI
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