Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

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ohne dass die Übersichtlichkeit des Ganzen und die Zugänglichkeit
jedes einzelnen Stückes behindert wäre. So wird denn, wie ich hoffe,
die jetzige Neuordnung als eine Verbesserung bezeichnet werden
dürfen, obwohl sie natürlich keineswegs befriedigen kann. Es ist un-
erlässlich, die Alterthümer an einem geeigneteren Orte unterzubringen,
als es der alte schadhafte Tempel ist und sein kann.

Die neue Aufstellung ist erleichtert, in gewissem Sinne erst er-
möglicht worden, durch das freundliche Entgegenkommen des k. k. Be-
zirkshauptmannes von Pola, Herrn k. k. Kämmerers A. Conti Ritter
von Celdessamare. Nicht minder fand ich Unterstützung von Seiten
der Herren k. k. Gymnasialdirector Dr. F. Swida, Bürgermeister Dr.
Rizzi, k. k. Bezirkscommissär Bitter von Rubelli. Ihnen Allen sei an
dieser Stelle der wärmste Dank ausgesprochen und die Hoffnung, dass
es ihren vereinten Bemühungen gelingen möge, endlich eine ausreichende
Vorsorge zu treffen und in Pola ein wie immer bescheidenes Museum
zu errichten, das den ältesten Landesdenkmälern auch in Zukunft eine
würdige Heimstätte bieten könnte.

Zu bedauern hatte ich, einen Mann nicht mehr am Leben anzu-
treffen, der durch viele Jahre in Pola den Mittelpunkt für alles bildete,
was sich auf die heimischen Alterthümer bezog. Der verstorbene
Gendarmerie-Major Hermann Schräm besaß nicht nur selbst eine reiche
Sammlung, sondern wandte als Conservator auch dem Denkmälervorrathe
der Stadt lebhafte Aufmerksamkeit zu. So wäre es mir u. a. durch
ihn gewiss möglich geworden, Vielfaches über Fundorte der einzelnen
Gegenstände in Erfahrung zu bringen, wofür jetzt leider fast keine
Nachrichten, weder aus älterer noch neuerer Zeit, vorliegen. In den
städtischen Archiven findet sich nichts derart und auch das Pola be-
treffende Actenmaterial der k. k. Centralcommission für Erhaltung der
Baudenkmale, das mir auf gütige Vermittlung Herrn Hofrathes Lind
mit dankenswerter Bereitwilligkeit zur Durchsicht überlassen wurde,
habe ich vergeblich nach solchen Notizen durchblättert.

Zum Schlüsse bemerke ich noch, dass die im Cataloge mit einem
Sterne * bezeichneten Nummern beim Baue des Staatsgymnasiums 1889
zum Vorschein kamen und gegenwärtig in der Vorhalle dieses Ge-
bäudes aufgestellt sind. [Vergl. hierzu Weisshäupl oben S. 134, 2.]

A. Rundwerke.

1. Untertheil einer überlebensgroßen weiblichen
Gewandfigur. Weißer Marmor. Höhe samt Basis 56cm, Breite
65 cm, Dicke 31 cm.
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