Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

Seite: 155
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Die Figur ruhte auf dem linken Beine, das rechte war etwas vor-
gesetzt. Die Gewandung besteht aus einer kurzen Tunica, die nicht
ganz bis zu den Knien reichte und die Arme, wie die linke Seite der
Statue erkennen lässt, bis zur Hälfte des Oberarmes bedeckte. Darüber
ist ein metallener, sogenannter Muskelpanzer gezogen, der in Nachahmung
getriebener Arbeit unter der Brust zwei in wildem Laufe gegen einan-
der stürmende geflügelte Greife zeigt, über ihren Häuptern ein ovales

Fig. 1. Torso eines Feldherrn.

Schildchen mit dem Kopfe der Meduse. Der Panzer läuft nach unten
in zwei lange, befranzte Laschenreihen aus und ist über den Hüften
von einem breiten Bande umschlungen. Um die Schultern der Figur
ist das Sagum gelegt, das, auf der rechten Achsel mit kreisförmiger
Agraffe geschlossen, auf der linken Seite um den Oberarm geschlun-
gen ist und im Rücken bis zu den Kniekehlen hinabfällt. — Die Ar-
beit ist sehr sorgfältig und in gutem Erhaltungszustande.

Für die Ergänzung kommt in Betracht 2a das Bruchstück des
rechten Unterarmes vom Ellenbogen bis in die Nähe des Hand-
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