Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

Seite: 160
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Schulter gelegt zu. denken ist, vorne unten vorragt. Außerdem aber
kommt ein Gewandstück von der rechten Seite des Halses herab, das
dünn und mehrfach zusammengedreht über die Brust bis gegen das
Knie sinkt. Einen aufgerollten Zipfel davon hat die rechte Hand der
Figur gefasst und hält ihn derart, dass er unter dem Unterarme, der
wie hier durchgesteckt erscheint, vor dem Leibe schürzenartig herab-
hängt. — Die Arbeit im Ganzen roh, Rückseite nur angelegt.

57. Rest einer Togastatue mit Büch er eiste.*) Kalk-
stein. Höhe 48 cm. Postamenthöhe 16 cm. Breite 50 cm. Dicke 32 cm.

Erhalten ist ein beschuhter rechter Fuß und der Ansatz des
linken; zwischen beiden herabhängend der untere Theil der Toga.
Links davon eine cylindrische Bücherciste mit zwei Tragebändern.

58—61. Reste von männlichen Gewandstatuen mit
Büchercisten.

58. Kalkstein. Höhe 41 cm. Postamenthöhe 18 cm. Breite
60 cm. Dicke 41 cm.

Erhalten sind hier beide Füße und die sich rechts von ihnen be-
findende Oiste.

59. Kalkstein. Höhe 43 cm. Postamenthöhe 12 cm. Breite 55 cm.
Dicke 29 cm.

Erhalten der rechte Fuß ganz, der linke halb. Links die Oiste
wie oben.

60. Kalkstein. Höhe 33 cm. Postamenthöhe 12 cm. Breite 34 cm.
Dicke 32 cm.

Erhalten der linke Fuß und ein Stück der Oiste.

61. Kalkstein. Höhe 12 cm. Postamenthöhe 7 cm. Breite 39 cm.
Dicke 20 cm.

Erhalten sind nur die Vordertheile der beiden beschuhten Füße.

62. Torso einer Victoria (?) Kalkstein. Höhe 47 cm.
Schulterbreite 28 cm.

Erhalten ist der Rumpf von den Schultern bis zur Beintheilung
und rückwärts Reste der Flügel. Die Brüste sind abgeschlagen.
Vergl. Fig. 4.

Die Figur, deren Oberkörper völlig nackt war, während die
Beine von den Hüften abwärts verhüllt gewesen sein werden, ist wohl
schwebend zu denken. Nach der Lage der Achseln waren die Arme
hoch erhoben und werden vermuthlich einen Kranz emporgehalten
haben. Die Arbeit ist decorativ und nur für Vordersicht bestimmt.

*) Für dieses und die folgenden gleichartigen Stücke könnten die zugehörigen
Statuen möglicherweise unter den Bruchstücken Nr. 19—56 zu suchen sein. Be-
stimmtes wird sich aber nicht ausmachen lassen.
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