Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

Seite: 162
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1892/0178
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
zottiger Stirn und breitem Genick zwar decorativ, aber doch tüchtig
gearbeitet ist. Vergl. Benndorf-Niemann, das Heroon von Gjölbaschi S. 67.

67. Stierprotome als Gebälkträger. Kalkstein. Höhe
44 cm. Länge 93 cm. Dicke 40 cm.

Zerstört das Vordertheil der Schnauze, Ohren und Hörner. Der
Kopf war größer als der von Nr. 66, trägt aber ein Gepräge größerer
Stumpfheit und Ruhe des Ausdrucks und ähnelt darin mehr einem
Ochsen als die charakteristischere Bildung des vorigen. Arbeit ge-
wöhnlich.

Fig. 7. 8. Darstellung der Jahreszeiten.

68. An der Stirnseite eines Kalksteinpfeilers von 130 cm Höhe,
43 cm Breite und 53 cm Dicke, der aus zwei ohne Verdübelung auf
einander gesetzten, fast gleich großen Blöcken gebildet ist, erhebt
sich auf vorragender Basis ein Hochrelief. Uber demselben ist der
Stein dachförmig vorgewölbt, die vorspringende Kante ist jedoch ab-
geschlagen. Dargestellt sind eine weibliche Figur, links von ihr ein
auf den Hinterbeinen stehender Bock. Beide Figuren arg beschädigt.

Von der weiblichen Gestalt, die durch die Steinfuge in Hüften-
höhe durchschnitten wird, fehlen Kopf und Hals, der ganze linke und
der rechte Unterarm. Die linke Brustseite ist bestoßen. Ihre Klei-
dung besteht aus langem ärmellosem Untergewand, das auf der rechten
Schulter geschlossen zu denken ist, und einem Obergewande, das von
der linken Schulter aus über den Rücken fallend, unter der rechten
Brust her zur linken gezogen ist, sodass Brust und Arm der rechten
Seite frei bleiben. Die Figur steht auf dem linken Beine, das rechte
loading ...