Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

Seite: 168
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1892/0184
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
hält das Ende eines breiten zweizipfeligen Bandes mit der gesenkten
Rechten wagrecht vor dem Leibe. Die ganze linke Körperseite der
Figur sammt dem Arme und die beiden Füße sind weggebrochen. Ge-
wöhnliche Arbeit.

81. Kalksteinplatte mit einem Dioskuren. Seitenwand
eines Sarkophages (?), in drei Stücke gebrochen. Höhe 119 cm. Breite
75 cm. Dicke 22 cm. Vergl. Fig. 11.

Unter einem breiten horizontalen Ornamentbande, dessen Details
verwischt sind, steht eine männliche Figur in Vordersicht aufrecht

Fig. 11. Dioskur.

vor dem Bauche eines nach rechts im Profil gewandten gezäumten
Pferdes. Das Pferd hat sorgsam gewellte und über der Stirne zu einem
Büschel gebundene Haare und langen Schweif; sein gehobenes linkes
Vorderbein ist zur Hälfte weggebrochen. Der etwas gespreizt stehende
Reiter ist stark zerstört und im Oberkörper fast nur noch im Um-
riss vorhanden. Seine Füße sind nackt. Er scheint sich mit ausge-
breiteten Armen nach rückwärts auf den Rücken des Thieres gelehnt
zu haben. Vielleicht hielt er zugleich in der Rechten einen Speer oder
ein Schwert, wie ein über seinem Oberarme im Felde erhaltener Rest
vermuthen lässt. Von seinem Gewände (Chlamys) ist nur ein derber
gefalteter Zipfel neben dem rechten Oberschenkel sichtbar, seine Kopf-
bedeckung besteht in einem Pileus, der auf einer kurzen Stange einen
wagrecht befestigten vierzinkigen Stern trägt. Gewöhnliche Arbeit.
(Vergl. H. Dütschke, antike Bilderwerke, II 67 S. 32.)
loading ...