Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

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Stark zerstört. — In einem nischenartig eingetieften Räume stehen
einander zugewandt zwei Halbfiguren, denen die Köpfe fehlen. Die
Figur links (weiblich?), Profil nach rechts, bekleidet mit Untergewand
und Obergewand, das sich unter der rechten Brust her zur linken
Schulter zieht, hält den rechten (ärmellosen?) Unterarm wagrecht am
Leibe und deckt die Hand über einen schwer kenntlichen Gegenstand.
Es scheint eine Doppelrolle zu sein, die auf einem dünnen Brettchen
befestigt ist (?). Auf ihre linke Schulter hat die ihr zugewandte männ-
liche Figur, welche Tunica und Toga trägt, die Rechte gelegt, während
die Linke über die Brust geführt ist.

88. Mithrasr elief. Kalkstein, im Querschnitt keilförmig.
Rings gebrochen, das Vorhandene aber ziemlich gut erhalten. Höhe

Der Stier ist auf vorspringender Basis nach rechts niedergebro-
chen. Es fehlen an ihm der Kopf, das Schwanzende und die untere
Hälfte des nach links ausgestreckten rechten Hinterfußes. Von dem
auf ihm mit dem linken Beine knienden Mithras ist nur der Unter-
körper mit dem ihn umhüllenden kurzen gegürteten Chiton mit Uber-
fall erhalten. Der Hund, der von rechts anspringt, die in der Mitte
sich emporwindende Schlange und der Skorpion zwischen den Hinter-
beinen des Stiers sind fast unverletzt. Rechts von der Gruppe, am Rande
des Steines, wird noch in Vordersicht der Unterkörper einer kleinen
menschlichen Gestalt sichtbar, die im kurzen gegürteten Chiton mit
gekreuzten Beinen steht. Die correspondierende Gestalt links ist zer-
stört. Bessere Arbeit.

89. Kleiner Votivaltar, Kalkstein. Vierseitig, nach oben
gebrochen, rechte Seite der Basis abgeschlagen. Höhe 61 cm. Breite
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