Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

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unbearbeitet. Auf der Oberfläche Einarbeitungen: ein größerer Aus-
schnitt rückwärts, fast in der Mitte ein 3 mm tiefes und 5 mm breites
rundes Dübelloch, zu dem parallel mit der Vorderkante des Steines
eine rinnenartige, sehr seichte Eintiefung führt. Höhe des Steines
97 cm. Breite 70 cm. Dicke 47 cm. Vgl. Fig. 20. 21. 22.

a) Vorderseite. Auf einer Bodenandeutung schreitet eine männ-
liche Gestalt mit gelocktem Haare (Gesicht zerstört, sicher bartlos)
in Vordersicht nach links, wohin die rechte Hand mit gestrecktem
Zeigefinger deutet, in der Linken ein Pedum schulternd; Kleidung
kurzärmelige gegürtete Tunica, die bis zu den Knien reicht, und
ein kurzer Mantel, der über linke Schulter und linken Arm ge-
schlagen ist. Jenseits ein Hund, der mit erhobenem Kopf und rechter

Vorderpfote nach links schreitet, sein Hintertheil ist zwischen den
Beinen des Mannes nicht weiter fortgesetzt. Arbeit handwerklich
geschickt.

b) Nebenseite links. Weibliche Figur in flachem Relief sehr
flüchtig gearbeitet und schlecht erhalten, wieder auf kurzer bodenartiger
Basis, en face nach rechts schreitend, die Rechte, wie es scheint, zum
Gesichte erhoben, der unförmliche linke Arm niederhängend. Be-
kleidet ist die Figur mit langem gegürteten Schleppgewand mit Uber-
fall. Die Stirne scheinen Locken zu umgeben. — Entsprechend ver-
ziert ist die

c) Nebenseite rechts, wo ein unbekleideter Jüngling auf einem
kurzen Postamente nach links in Vordersicht schreitet oder mit ge-
kreuzten Beinen steht. Der plumpe rechte Arm ist nach links in Kopf-
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