Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

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Z. 6 die Zahl der Jahre ist nicht ausgefüllt worden. Etwa
[Sex. f] Ticinius [Sex. fil(ius) Flavjus [uiu(us) fec(it)] sibi et /etwa Flaviae]
Ticinae [uirgijniae coi[ugi ojptjimae an(norum). . . Die Ergänzung
erhebt natürlich keinen Anspruch auf Sicherheit und will nur eine
Möglichkeit andeuten.

FRANKFURTER KUBITSCHEK

Bericht über einen Ausflug nach Liburnien
und Dalmatien 1890 und 1891

Ossero.

Dicht östlich an der Brücke, welche die Insel von Lussino mit
der Insel Cherso verbindet, liegt die kleine Ortschaft Ossero und
spiegelt ihren Kirchthurm und ihre halbzerstörten Mauern nördlich in
dem Canale d'Ossero, nach Süden in dem Canale di Punta Croce.
Auf einem unebenen, mit Gras bedeckten Platze steht rechts vor der
schönen Facade des Domes das Gemeindehaus.

Hier wird jetzt im oberen Stockwerke eine vom ehemaligen Pfarrer
des Ortes, Möns. Jo. Bolmarich zusammengebrachte Antikensammlung,
deren Beschreibung Benndorf in dieser Zeitschrift IV S. 76 ff. gegeben
hat, in zwei Glasschränken verwahrt. Die besten Münzen und Gemmen
jedoch, die er bei seinen Ausgrabungen in Ossero gefunden hatte, habe
ich später Gelegenheit gehabt, bei ihm in Veglia zu besichtigen.

Im Erdgeschoße desselben Hauses wurden vom gegenwärtigen
Bürgermeister Herrn Salata mehrere früher und neuerdings gefundene
Inschriften untergebracht. Es sind dies zunächst die von Benndorf im
Jahre 1878 im Hofe der Pfarrwohnung gelesenen, mit Ausnahme von
Mitth. IV S. 80 n. 5 (= C. III S. 10145), die weder ich noch DT
Weisshäupl gesehen haben.

Von später gefundenen Steinen ist hier:

1. C. I. L. III S. 10135; das Stück links mit dem Anfange von

Z. 1—4 habe ich nicht gesehen; zum Schluss habe ich statt DECE

gelesen DEC- b^, so dass argenti p(ondo) dec(em) d(abit) zu verstehen
sein wird.

Es kommen noch hinzu einige mittelalterliche Inschriften, unter
ihnen:

2. Kalksteinplatte, rechts unten abgerieben und gebrochen.
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