Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

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7. In demselben Hofe befindet sich endlich, außer den in Mitth. IV
S. 82 erwähnten Gegenständen, an die Wand rechts vom Eingange
angelehnt ein 90 cm. hoher, stark verwitterter Torso aus Kalkstein. Über
Zeit und Ort des Fundes wusste mir niemand etwas anzugeben. Zu
erkennen ist eine männliche jugendliche Figur, ganz nackt und ge-
flügelt. Der Kopf fehlt; an der linken Schulter glaubte icli noch einige
Spuren des Haares zu sehen. Die Arme gehen auseinander in die
Höhe und zwar ist der rechte weniger erhoben als der linke. Die Unter-
schenkel und Kniee sind abgebrochen. (Ob ein Eros oder Ikaros?)

In Ossero befinden sich noch folgende zwei unedierte Inschriften:
8. die eine über dem Architrav des Hausthores Nr. 45 ein-
gemauert, trägt über dem Inschriftfelde ein Pinienornament mit Blatt-
werk und bezieht sich wahrscheinlich auf einen mittelalterlichen Bau.
Zu lesen ist nach meiner und Dr Weisshäupls Copie:

MENGA/S/SMEFECT | Mengausus me fecit.

9. Die zweite fand ich im Hofe des Hauses Nr. 23 dicht vor einer
Stiege als Pflasterplatte gebraucht; neuerdings ist dieselbe von Dr
Weisshäupl copiert worden. Auf dem ganz durchlöcherten und ver-
waschenen Steine waren nur noch folgende Buchstaben mit Sicherheit
zu erkennen:

CL A//D////REN////M COI//
C / / // ///// ///AR///INTEG//
/ 3 I I I I I I I I I I I I I /CAVAI///
! I I I I I I I I I I I I I I I I rDII////
5 I I I I I I I I I I I Ulli f ti II- / /l /
I I I I I I I I I I I I I I I I I I I IN III I
I I I I I I I I I I I I I I I I I I I I I I I I I
I I 1111 I I I VI //VI- K • / / / / / /

10. C. I. L. III 3145 aus weißem Marmor, eingerahmt, ist an der
Außenwand des Hauses Nr. 5 (Eigenthümer F. Benussi) angebracht.

In llierso sah ich noch unter der Loggia die im C. 1. L. III 3151
(S. 10132) publicierte Inschrift und die unbeschriebene Ära mit Reliefs
(C. I. L. III S. 10134).

Von Smergo, einer kleinen Bucht an der östlichen Küste der
Insel Cherso, brachte mich ein Dampfer nach der Hauptstadt der Insel
Veglia gleichen Namens. Die Stadt

Yeglia

ist noch rings ummauert, und während auf der Meerseite die
malerischen Felsen eine natürliche Substruction zu den Mauern bilden,
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