Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 37
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in Istrien) gefundenen Inschrift einer Erztafel C. I. L. V 449, mit
Läevicus Hospelts f(ilius) Lucius.

Über eine Inschrift auf einer mit Blätterverzierungen eingerahmten
Marmorplatte vgl. den vorigen Jahrgang dieser Mittheilungen S. 68 Nr. 5.

Ich komme jetzt zu einigen Funden, welche bei den diesjährigen
Ausgrabungen in einem alla marina westlich von der Stadt gelegenen
Grundstücke, gegenwärtig im Besitze des Hrn. Antonio Schinigoi
(ehemals Cicuta), gemacht wurden. Darunter verdient wohl an erster
Stelle das Bruchstück einer plastischen Gruppe aus Kalkstein, m 0'80
hoch, 0*45 breit, 0*12 dick, etwas genauer besprochen zu werden,
welches nach meiner Skizze anbei als Fig. 1 abgebildet ist.

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Fig. 1.

Auf einer oblongen Basis erhebt sich ein schmuckloser, nach
oben sich verjüngender, runder Kern, welcher als Stütze für eine sich
fächerartig öffnende Kammmnschelhälfte dient. In der Muschel, deren
Schloss nach unten gewendet ist, liegt eine weibliche nackte Figur
ohne Attribute, den Oberkörper nach vorne gewendet; der linke Arm
stützt sich leicht gebeugt, der rechte geht schräg über die linke Schulter
hin. Der Kopf dieser Figur, sowie der ganze obere Theil der Muschel,
ist abgebrochen.

Von unten hält die Muschel rechts und links je eine Hand, die
zu der Hand der eben beschriebenen Figur im Größenverhältnis von
etwas weniger als 4: 1 steht. Von diesen beiden Händen ist an der
zur Rechten ein Theil des Armes bis zum Ellenbogen erhalten; links
ist wieder der Vorderarm, dazu aber noch zum Theil der nackte Ober-
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