Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

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Die Buchstaben oben links, die ich schräg wiedergegeben habe,
sind von Sabljar (C. I. L. 3134) noch gesehen worden. Links fehlt
etwas weniger als "die Hälfte. Zu ergänzen ist etwa:

.....Turi f(il. ■) \ .... Histri et .... Volsoni vir(o) . . .is f(üio)

Turo patri \ [et...../ Volsonis f(iliae) Fatae \ fmjatri [ . . .. [filijus

faciundum j [curajvit.

Für den Namen Tunis vgl. oben 8. 3b\

2. Auf der Vorderseite der Kirche selbst ist links vom Ein gange
ein weiß übertünchtes Fragment einer mittelalterlichen Bauinschrift
eingelassen: _

MAG I ^

T€RANffl

R A S M 6 F

eciT<

Zu lesen: Magis\ter And\r[ejas mef\ecit.

Cubich gibt S. 27 Anm. 1 an, hier in Val di Besca ein Bruch-
stück mit der Inschrift:

VIII

P- FI O...

gefunden zu haben.

Vor der Kirche dient eine schmucklose unbeschriebene römische
Area als Kalkbehälter.

Arbe.

Von Bescanuova, wo nichts zu hnden war, fuhr ich weiter süd-
lich nach Arbe, der am meisten nördlich gelegenen Insel Dalmatiens.
Die höchst interessante, noch ganz mit Mauern umschlossene Stadt
streckt sich auf einer Landzunge am Abhänge eines Hügels hin, der
steil zum Meere abfällt (Canale di Pago). Oben auf einem Plateau,
einem mit Marmorplatten gepflasterten Platze, erhebt sich die zierliche
Domkirche und gegenüber derselben ein schlanker, dem venetianischen
Markusthurme nachgebildeter Campanile. Dass hier an der höchsten
Stelle der Stadt, von wo das Auge den tiefblauen Quarnero mit seinen
zahlreichen Inseln übersieht, in römischer Zeit das Forum lag, scheinen
auch einige spärliche in der Umgebung gemachte epigraphische Funde
anzudeuten.

1. An erster Stelle ist die m 0'88 hohe, 0*58 br. (Inschriftfeld)
Basis einer Ehrenstatue für den Kaiser M. Aurelius Severus Alexander
zu nennen; dieselbe war einst als Unterlage in der den Herren de
Galzigna gehörigen torre di S. Stefano eingemauert und ist jetzt am
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