Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

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In der Pfarrkirche von Nadin dient als Basis des Leuchters links
vom Hauptaltare eine über 1 m hohe, 24 cm breite Ära aus Kalk-
stein, deren Inschrift C. I. L. III 2858 steht. Ober- und unterhalb
des Inschriftfeldes ist der Rand abgemeißelt.

Lisicic.

In diesem etwa eine Stunde von Asseria gelegenen Dorfe liegt
eingemauert in einem m 6*80 tiefen, runden Brunnen (cisterna), mit
1*10 m Durchmesser, eine stark verstoßene mit einfachem Rahmen
versehene, m 042 breite, 0*48 hohe Grabschrift. Die wenigen übrig
gebliebenen Buchstaben sind schön und regelmäßig. Ein Arbeiter,
der sich dazu herunterließ, fertigte einen Abklatsch an; einige Zeit
darauf bekam Hr. Trost die Abschrift eines Bauern. Abklatsch und
Abschrift ergeben folgende Lesung:

/ins [Secunjdus |

Perusic.

1. In Perusic copierte Trost die in der Stallmauer des Pfarrhauses
außen rechts von der Thüre eingemauerte, eingerahmte Platte aus
Kalkstein (oben abgebrochen, m 0*45 br., 0*31 hoch, Buchstabenhöhe
4 cm), deren Text C. I. L. III S. 9952 gegeben ist.

2. Ebendaselbst in der Kirche befindet sich ein runder Cippus
mit Pinie, m L16 hoch, der durch Aushöhlung zu einem Taufbecken
umgewandelt worden ist. Die von einem Rahmen umgebene antike
Inschrift desselben ist mit Ausnahme von Z. 1 und vielleicht Z. 2
radiert und durch eine moderne neunzeilige Bauinschrift (des Jahres
1741) ersetzt worden. Im XVIII Jahrh. hat Bartoli die zwei ersten
Zeilen ziemlich richtig abgeschrieben (vgl. C. I. L. III 2853). Sie
lauten:

* IPAPI RIO

Ich möchte meinen, dass Z. 2 modern ist, aber zu Z. 1 gehören
und c(ivi) R(omano) bedeuten soll.

IA

F INA
I VS
DVS

M

Etwa: fd. m. | ... ,]ia[e] \ F[avent]inae \ /.
mfatri b. m.l zu ergänzen.
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