Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

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des Praefectus Praetorio. Wegen der Gentilnamen Ulpius und Aelius
gehört die Inschrift frühestens der hadrianischen Zeit an. Die An-
wesenheit der beiden Praetorianer in Dalmatien könnte durch die
Reise eines Kaisers veranlasst sein. — Zum Schluss ist das Wort
sancire wohl ungewöhnlicher Weise in der Bedeutung von consecrare
verwendet.

2. Unter derselben liegt ein m 0*36 hoher, 0*12 breiter und un-
gefähr ebenso dicker Kalkblock, oben abgebrochen (bull. dalm. 14 p.
27 n. 22). Mit großer Schwierigkeit ergab sich folgende Lesung:

SIIXTO NlC HC
CARI S S I M II
QVII VXITAN
5 N O S \y B M
II TSV IS

....[et?] Cesidi(a)e S(exti) [f(iliae)] \ Sextoni'c(a)e c(oniugi)?
carissim(a)e} \ qu(a)e v(i)xit annos \ LV, bfene) m(erenti) | et suis.

(Schluss folgt.)

Wien, Juli 1892. P. STICOTTI

Arthmios von Zeleia

Die Art und Weise, wie die Geschichte dieses bekannten persischen
Spions durch die jüngste Forschung1) behandelt ist, zeigt einen ent-
schiedenen Rückschritt gegenüber den Ergebnissen der Früheren,2)
auf den hinzuweisen nicht überflüssig sein dürfte, denn es sind dabei
einige Fragen allgemeiner Natur nicht zu umgehen, welche sich auf
attisches Rechtsverfahren und Urkundenwesen beziehen, Fragen, die
nicht eines größeren Interesses entbehren. Gerade in diesen Dingen
hat unsere Kenntnis in der letzten Zeit so bedeutende Fortschritte
gemacht, dass nothwendigerweise die älteren Anschauungen über
Arthmios, auch wenn sie auf richtigen Gesichtspunkten beruhten, über-
holt sein müssen und daher eine erneute Erörterung dieses Gegen-
standes nicht ohne Nutzen sein wird.

*) Busolt, Griechische Geschichte 2, 1274 und Bauer, Literarische und histo-
rische Forschungen zu Aristoteles iA&rlvaio)v noXirda, S. 73.

2) Besonders Funkhänel ,Die Steliteusis des Arthmios von Zeleia' in Zimmer-
manns Zeitschrift für die Alterthumswissenschaft 1841, Nr. 37. 38.

Archäologisch-epigraphische Mittheil. XVI, 1 4
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