Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

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Tic; ey^veTO, öc; cruviiEe irdvTa toc HJnqncruaTa toc ypacpevTa ev t\) cE\\döi.
Kai touto tö ypacpev dcj Tnv crrriXriv Kiuuuvöc; eemv. 6 öe Apicrrdbnc;
Oeuio~tok\eouc; touto \efei. Wörtlich aus Demosthenes schöpft Harpo-
cration s. v. d'Tiuoc;.

Schon die einfache Mittheilung des Thatbestandes lehrt, dass für
die Feststellung des Wortlautes, in dem der Volksbeschluss der Athe-
ner gegen Arthmios abgefasst war, womit wir uns zunächst zu be-
schäftigen haben, nur die Nachrichten des vierten Jahrhunderts in
Betracht kommen und höchstens die bei Plutarch vorliegende Uber-
lieferung zur Ergänzuug heranzuziehen wäre, da diese auf eine andere
Quelle zurückgeht.8) Man wird mit Krech annehmen dürfen, dass es
eine Sammlung von Psephismen gewesen ist; schwerlich hat aber Plu-
tarch, wie Krech meint, an dieser Stelle das Werk des Krateros be-
nützt, denn, wie ein Vergleich mit dem Scholion zu Aristeides zeigt,
war nach Letzterem der Antragsteller Kimon, nicht, wie bei Plutarch
steht, Themistokles — es sei denn, dass Plutarch in dem Übereifer,
auf seinen Helden möglichst viel an rühmlichen Thaten zu häufen, in
Abweichung von seiner Vorlage Themistokles als den Urheber des
Beschlusses hinstellte. Was aber dessen Inhalt anlangt, so stimmt
Plutarch fast wörtlich mit Demosthenes überein, von dem es selbst-
verständlich ist, dass er die Arthmios betreffende Urkunde im Original
gekannt und gelesen hat. Die beiden Fassungen, die er an den ci-
tierten Stellen mittheilt, decken sich fast ganz und weichen nur darin
ab, dass es bei der älteren Erwähnung heißt, die Athener hätten be-
schlossen "ApÖuiov töv TTuOuJvaKTOc; töv ZeXermv exöpöv eivai Kai rroXe-
uiov Tou brjuou tou ÄOnvaicuv Kai tüjv o~imudxu)v auTÖv Kai fevoc, irdv,
in der späteren Rede "ApOuiocj 6 TTuöuuvaKTOc; ZeXerrnc; d'Tiuoc; Kai iroXe-
uiocj tou ön.uou tou 'AOnvaiuuv Kai tujv auuudxwv, auTÖcj Kai 'fevoq; und
dann auch in der Motivierung, dass nach der ersten Stelle der Beschluss
begründet Avar: öti töv XPU0~0V ^k twv ßapßdpwv de; touc; "EMnvac;
rpfaTtv, nach der anderen öti töv xpucföv töv £k Mr|buuv eic; TTeXoTTÖv-
vno"ov njarev. Es kann kein Zweifel obwalten, dass in beiden Punkten
der von Demosthenes zum zweitenmale gebrachte Text der genauere
ist und sich den Worten der Urkunde treuer anschließt; die ein-
gehende Erörterung, was der gegen Arthmios ausgesprochenen Atimie
für eine rechtliche Bedeutung innewohnte, würde jeden Sinn verlieren,
wenn nicht der Ausdruck dTiuoc; in dem Psephisma selbst vorgekommen
wäre. Anderseits hat die Wendung xpuo~öv y]^ajev eic; TTeXoTTÖvvnö'ov

8) Aristeides folgt, was den Text des Beschlusses anlangt, dem Demosthenes.
Themistokles als Antragsteller nahm er aus Plutarch, vgl. Alfred Haas, Quibus
fontibus Aelius Aristides in componenda deelamatione, quae inscribitur ttqoc: TlXatowa
ineQ täiv xtxxaqMV usus sit (Greifswalder Dissertation 1884), S. 51 ff.
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