Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

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vortreffliche Buchstaben, die noch jetzt rothe Bemalung zeigen, ihre
Größe in Z. 1 0*04, Z. 2 und 3 0-047.

/{Pi e es IVro

AI t e os c o V
/vi i l i a r/

Radimsky a. a. O. S. 255, Fig. 10. Am Schlüsse der Z. 1 Rfufinio?]
zu lesen ist unzulässig, weil die letzte Hasta nach rechts geneigt ist,
außerdem würden die beiden Hasten für ein R zu nahe an einander
stehen; möglich scheint P oder T und a.

In beiden Fragmenten (3. 4) werden augenscheinlich Auxiliar-
truppen erwähnt. Die Liste der durch dalmatinische Inschriften be-
zeugten Cohorten — nur diese kommen, wie man aus den Bruchstücken
ersieht, in Betracht — ist nach den nach und nach bekannt gewordenen
Denkmälern folgende:

III Alpinorum; Aquitanorum; I Belgarum; I Bracaraugusta-
norum; I Flavia Brittonuni miliaria; Campana; I Campestris; I Del-
matarum miliaria; XI Gallorum; I Lucensium; II Lusitanorum equi-
tata; I Morinorum; I Sebastenorum; I V(angionum?); IUI volun-
tariorum civium Romanorum; VIII voluntariorum civium Romanorum.

Zur Ergänzung der auf dem Bruchstücke 3 Z. 3 und 4 er-
haltenen Reste des Namens der Cohorte cojh(ors) I Fl(avia). . . .um
eignet sich nur die fünfte, die'Cohors I Flavia Brittonum, deren Auf-
enthalt in Dalmatien durch die Inschrift eines ihrer Gemeinen gesichert
ist: C. III 2024: D. M. Fideli Saturionis, mil. coh. I Fl(aviae) Brit-
tonum stip. XVIII. Radimsky liest und ergänzt (coJwrs) I Fl(avia)
[Belgarjum. Allerdings ist die Inschrift eines Veteranen dieser Co-
horte, die C. III S. 8376 b ohne Fundnotiz neuerdings mit Beigabe
eines Facsimile Glasnik 1892 S. 191 Fig. 3 gedruckt ist, in der Nähe
von Doboj gefunden, aber diese Cohorte führt auf keiner ihrer ziemlich
zahlreichen Inschriften den Beinamen Flavia. Die Cohors I Flavia
Brittonum ist C. III D. XII zufolge eine miliaria gewesen, es empfiehlt
sich daher auch das Fragment 4 für dieselbe in Anspruch zu nehmen:
coh(orte) [I Fl(avia)] miliar fia Brittonum]'. Von den übrigen Cohorten
war nach den Inschriften nur noch die I Delmatarum eine miliaria

Auch die Frage, wo sich das Lager der Cohorte bei Doboj be-
funden habe, lässt sich, nach den Untersuchungen der Herren Berg-
hauptmann Radimsky und Dr Truhelka (vgl. Glasnik 1891 S. 251)
so weit beantworten, dass zwei Localitäten in Betracht kommen:
1) Crkvenica and 2) die sogenannte Gradina bei Doboj.

1. Am linken Ufer der Usora knapp an ihrer Einmündung in
die Bosna erhebt sich einsam der Kalkfelsen Crkvenica, etwa 40 m
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