Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

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(C. I. Gr. 1813 6), nicht provinciae oder ercapxeiai. Man kann also
nicht etwa nach Kai noch tou einschieben. Ebenso hindert, wie Benn-
dorf mit Recht erinnert, der Sprachgebrauch das Einschalten des Ar-
tikels vor den beiden Völkernamen. Also fehlen in Z. 10 zehn bis
zwölf, in Z. 11 zehn Buchstaben, wovon indess, da der Bruch nicht
ganz gleichmäßig verläuft, in Z. 21—25 einige abgehen. Danach
müssen die übrigen der Fassung nach unsicheren Ergänzungen sich
richten. Es soll nicht in Abrede gestellt werden, dass die also ge-
botene Kürze mehrfach zu Härten führt; die in Vorschlag gebrachten
Ergänzungen Z. ? [vestris declarabit] — Z. 8 [xoic; tfuuTfjpmv xoö auu]-
TTavioc; dvOpuuTiuuv eövouq Kai jevouc; ('nach Analogie von Eeisen II
u. 78. 79 und einer neuen Inschrift von Andraki5 Benndorf) — Z. 16
[/rrpöc; tuv uuüjv d0d]vaxov ßacriXeiav — Z. 21 aiuuviu) [veuuaxi TravTarrJacrtv
sind ohne Frage an sich besser als was oben gesetzt ist; aber ich kann
dieser Glätte eine jene sicheren Ergänzungen überwiegende Beweis-
kraft nicht zugestehen. Dass bei Annahme dieser Lückengröße das
in der Schlusszeile freigestellte Wort nicht genau in die Mitte zu
stehen kommt, wie es bei sorgfältiger Schreibung erfordert würde,
kann bei einem Document dieser Art nicht entscheiden. Genaue
Raumberechnung ist bei der Beschaffenheit der Schrift überhaupt aus-
geschlossen.

9. Nach KAI ist auf dem Stein, wie die Zeichnung es zeigt, ein
leerer zur Aufnahme von 5 bis 6 Buchstaben genügender Raum. Ich
hatte denselben auf dem mir eingesandten Abklatsch für Rasur ge-
halten; allein ich habe mich in dieser Annahme geirrt. eWir haben,3
schreibt mir Benndorf, 'alle drei Abklatsche genau geprüft; der Sach-
verhalt kann nicht zweifelhaft sein. Der Name Maximins hat eine

Reihe kleiner Verletzungen erlitten, die ihn undeutlich machen, aber
ces sind solche, die anderwärts in der Inschrift auch, namentlich in
c der ersten griechischen Zeile vorkommen, ohne irgend den Eindruck

von Absichtlichkeit zu geben. Die auf ihn folgende leere Stelle am

Ende der zweiten griechischen Zeile ist dagegen gänzlich unverletzt
'und glatt; läge hier eine Rasur vor, so würde sich nicht nur die
'vollkommene Glätte nicht erklären, sondern auch unbegreiflich bleiben,

dass diese Fläche sich jetzt über die begrenzenden Linien, welche
'ganz intact sind, als Relief erhebt.' Ich habe geglaubt dies wieder-
geben zu sollen; denn die Annahme einer Namenstilgung liegt nicht
bloß äußerlich nahe, sondern es würde sich auch die Ausmeißelung
des Namens des Constantinus bei unverletztem Licinius geschichtlich
wohl rechtfertigen lassen. Da nun aber an diesen Ausweg nicht ge-
dacht werden kann, so lässt sich das Fehlen von 0 A A 0 Y oder auch
OA OYAA, für welches der Platz vollständig ausreichte, meines
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