Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 101
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Erachtens nur darauf zurückführen, dass der Concipient wohl die
Namen des östlichen Kaisers so wie die seines nächsten Nachbars
kaiinte, nicht aber diejenigen Constantins; wer sich an die unglaub-
liche Verwirrung erinnert, in welcher die innerasiatischen Denkmäler
des 3. und 4. Jahrh. uns die Kaisernamen vorführen, wird diesen
Ausweg, meines Erachtens den einzigen offenen, nicht als unzulässig
ansehen.

11 —15 (wo der Stein THPIAC hat) nach den Vorschlägen von
Wilamowitz. Die Motive gehen vorher: 'die Götter haben bewiesen,
dass sie diejenigen segnen, welche ihnen im Interesse des Reiches
huldigen/ Diese Wendung hat hier ihre besonderen Gründe; auch
in dem Erlass Maximins an die Tyrier, den in griechischer Über-
setzung Eusebius h. eccl. 9, 7 aufbewahrt hat, wird der Segen im
Ackerbau und sonst weitläufig ausgeführt. 'OuoYeveic; heißen die Götter
eben dieser Kaiser als der Iovii und Herculii oder nach den Inschriften
mit einer — allerdings schon bei Seneca (consol. ad Marc. 15, 1) be-
gegnenden Phrase — diis geniti et deorum creatores (C. I. L. III 710;
Staatsrecht 23, 760). Die Götter muss man ehren, weil die Kaiser ja
auch Götter sind, was allerdings die Christen bestreiten (Tertullian ad
Scap. 2: colimus . . . .imperatorem . . .ut hominem a deo secundum. . .
et solo deo minorem). Die Loyalität geht stark mit der Frömmigkeit
durch. Maiore formidlne, sagt mit Recht Tertullian (apol. 28), et cal-
lidiore timiditate Caesarem observatis quam ipsum de Olympo Iovem.

15. Ahnlich Maximinus in dem tyrischen Edict c. 'ö: fj uuerepa
TTÖXiq . . . öie TrdXiv rjaGexo touc; jf\q eirapdiou uaTaioTnroc; jejovÖTac,
epTreiv d'pxtcrOai, . . . euOeuic; upöc; xriv iiuexepav eucfeßeiav . . . . KaTecpirfev.

16 eher ; IATON als jTATO N ; ergänzt nach den Vorschlägen von

Harnack und S. Reinach. Jener vergleicht aus unserer Inschrift
Z. 24: xfic; cuuuviou Kai dcpGapiou ßacnXdac, weiter für den Gebrauch
von dOdvcn-oc; concil. Calched. p. 1537 C Colet.: f\ Oeia Kai dGdvaroc;
KOpuqpn. (vom Kaiser gesagt) und daselbst p. 828 A: öqpdXouev TaP
xrj döavdTUj uoXei veueiv ev Tram tol TTpuuieia (ähnlich Dionys, ant. R.
1, 69 am Ende).

17 uaviKOuc; nach dem Vorschlag Gebhardts, um schon in diesem
ersten Glied auf das folgende vööoq vorzubereiten. Auch die Tyrier
erbitten vom Kaiser Taoiv xiva Kai ßorjGeiav (Euseb. 9, 7, 6). cDie
Unterscheidung,' bemerkt Harnack, Von TidXai — eic; öeupo spielt in den
Toleranz- resp. Verfolgungsedicten jener Jahre überhaupt eine Rolle.'

18. 20 sind die Ergänzungen zum Tlieil nach den Vorschlägen
von Harnack und Gebhardt gestaltet.
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