Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 127
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1893/0141
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
durch 2" 3 m breite Öffnungen (Thüren?) eommunicierte. Im Westen
stand B durch eine 1 m breite Thür mit einem Seitengebäude in Ver-
bindung, das rechteckig, 14*8 m lang und 7'6 m breit, nicht die ganze
Breite des Hauptgebäudes einnahm, sondern beiderseits einspringende
Ecken bildete. Es umfasst drei Räume, einen größeren E (8 m X 6'65 m)
und zwei kleinere gegen Norden gelegene F (3 "95 X 2*7) und G
(3' 95 X 3' 25); von E führte eine 1 m breite Thür in F und eine
ebenso breite von F in G. Im Osten stieß an das Hauptgebäude
ebenfalls ein Seitengebäude, das jedoch weder, von A noch von B7
sondern nur von der Straße durch eine 1 " 20 m breite Thür zu betreten
war ; es ist 28 m lang und 9 m breit und hat nicht dieselbe Front
wie das Hauptgebäude, sondern ist mehr gegen Nordosten orientiert;
die Südmauer ist noch nicht ganz aufgedeckt; das Innere zeigt Heiz-
anlagen. In das Hauptgebäude konnte man auf eine dreifache Weise
gelangen, entweder von der Straße durch den 3 m breiten, in der
Mitte der Front befindlichen Haupteingang, oder durch eine 1 • 9 m
breite Thür an der Südostecke unter dem östlichen quadratischen
Ausbau oder endlich drittens durch eine 1 m breite Thür, die an der
Südseite in E führte. A und B waren verbunden durch zwei Thüren,
eine 3 m breite Hauptthür, welche sich gegenüber dem Straßeneingang
in A und gegenüber der Apsis befindet, so zwar, dass man von der
Straße aas in die Apsis sehen konnte, und durch eine zweite kleinere,
welche die Längsmauer gegenüber von D durchschnitt.

An Einzelgegenständen hat man in und neben diesem Gebäude
bis jetzt gefunden:

1. In der Apsis eine aus drei schön bearbeiteten Kalksteinstücken
bestehende Basis und um dieselbe und über das ganze Gebäude zer-
streut Fragmente einer überlebensgroßen vergoldeten Bronzestatue.
(Einzelne Stücke davon sind abgebildet Glasnik 1891 S. 10 Fig. 11,
S. 16 Fig. 28—30.)

2. Links neben dem Straßeneingange die oben erwähnte Venus-
statuette.

3. Außen an der Südostecke die Ehreninschrift des Domitius
Eros (S. A.-E. M. XVI S. 92, Glasnik 1892, Plan I d) und nördlich
daneben drei Cippi, davon zwei beschrieben, die des Severus Alexander
und der Julia Mamaea (S. o. S. 126).

4. In A bei b und in B bei c (S. Glasnik 1892 S. 4) zwei zu-
sammengehörige Bruchstücke eines Kalksteinblockes, Rahmen rechts
und links erhalten; Höhe 0*75, Breite 0-65, Dicke 0*42; Höhe des
Inschriftfeldes 0 • 53, seine Breite 0*4; Größe der schönen regelmäßigen
Buchstaben in Z. 2 0'065, Z. 3—9 zwischen 0*055 und 0*04; gegen-
wärtig im Landesmuseum zu Sarajevo.
loading ...