Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

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Das zweite Gebäude, das bloßgelegt wurde, sind die römischen
Bäder. Einen Plan dieser Anlage gibt Radimsky Glasnik 1892 Taf. IL

Hier kamen nachstehende Inschriften zum Vorschein:

1. Bruchstück von der linken Seite einer Tafel aus Kalkstein;
Höhe 0*56, Breite 0*69, Dicke 0" 16 5 Inschriftfeld in Form eines tabula
ansata, 0*36 hoch, 0*405 breit, die Umrahmung desselben ist links,
zum Theil unten und in der oberen linken Ecke erhalten; die Zeilen
sind, die sechste ausgenommen, vorgerissen, die drei ersten eradiert,
das V der letzten Zeile steht auf der Umrahmung; Größe der Buch-

Glasnik 1892 S. 15 Fig. 20 mit Abweichungen in Z. 1, 3 und 7.

Der Stein gehört der Buchstabenform dieser sowie der unten
(S. 140) unter Zwornik gegebenen Inschrift desselben Procurators zufolge
dem dritten Jahrhundert an und zwar muss er, wenn wir in den Buch-
stabenresten der letztangeführten richtig Macrin gelesen haben, unter
diesen Kaiser oder unter seinen unmittelbaren Vorgänger oder Nach-
folger fallen. Genaue Datierung gestatten die Reste der Namen der
Consuln in Z. 1 und 2, indem der erste ein Kaiser gewesen sein
muss, der Name des zweiten mit COM begonnen hat. Danach ist
nur das Jahr 220 möglich, in welchem Elagabal und P. (M. ?) Valerius
Eutychianus Comazon Consuln waren.

Im[p(eratore) Caes(are) M. Aurellio Ant]o[nino Pio Fel(ice) Aug(u-
sto) III] et Comfazonte co(n)s(ulibus)J Val(erius) Super v(ir) e(gregius)
j)rfoc(urator) argentari]arum balneo jofublico ajquam sufficientfem in-

2. Tafel aus Kalkstein, in der Mitte etwa von rechts nach links
ein Riss, Höhe 0*56, Breite 0*75, Dicke 0*135; Höhe des umrahmten
Inschriftfeldes 0*36, Breite 0*54; Größe der Buchstaben etwa 0 04.

staben in Z. 4 0*043, Z. 5—6 0*047.

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