Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 134
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/ A N V S • B

5 C O S-PP I N
V-S-L-M

Dianae Aug(ustae) Aur(elius) Caftifjanus b(eneficiarius) co(n)-
s(ularis) p(rovinciae) P(annoniae) in(ferioris) v(otum) s(olvit) l(ibens)
m(erito).

Die Inschrift gehört zu der geringen Zahl von „Gefreiten"-
inschriften, welche die Provinz des Consularis angeben • in den meisten
Fällen findet sich nur beneficiarius consularis, vgl. die Zusammen-
stellung der benehciarii von Cauer E. E. IV S. 379 ff. Bei Catianus
ist ohne Zweifel deswegen P • P • IN zugefügt, weil er in einer fremden
Provinz den Altar errichten ließ, vgl. die in Eporedia gefundene
Inschrift des P. Septicius Varus mil. benef. leg. Aug. provinc(iae)
Belgic(ae) (C. V 6785, Cauer a. a. O. S. 385 n. 166) und C. V 8275
(Cauer n. 384) aus Aquileia: Aurel(ius) Severianus bf. offici jprae-
sicl(is) Pann(oniae) inferiorifsj. — Pannonia inferior ist vorübergehend
consularisch gewesen unter Marcus, dauernd seit Caracalla (A. v. Do-
maszewski: Zur Geschichte der röm. Provincialverwaltung IL Pannonia
inferior, Rhein. Museum 1890 S. 203 ff.); doch lässt sich daraus nichts
für die Datierung der Inschrift entnehmen, da auch beispielsweise die
beneficiarii von Raetien beneficiarii consularis heißen, wiewohl diese
Provinz eine praetorische war.

Nach mehrtägigem Aufenthalte in dem gastfreundlichen Berg-
städtchen ritt ich in Begleitung des unermüdlichen Straßenmeisters
von Srebrenica Herrn Galkanovic über Bratunac nach Lutvin Han, um
das als reich an Römerfunden geschilderte Drinathal abzusuchen und
die von Dr. Truhelka gefundene Römerstraße über Han Bjelovac,
Sikiric, Tegare, Fakovic bis Skelani zu verfolgen. Leider war es mir
nicht vergönnt, den letztgenannten Ort, dessen Besuch außer anderem zwei
Kaiserinschriften belohnt hätten, zu erreichen; ich musste den kürzeren
Weg über das Gebirge nach Poznanovic und von da nach Srebrenica
einschlagen. Während dieser zweitägigen Excursion stieß ich beinahe
jeden Augenblick auf römische Spuren, welche bezeugen, wie stark
die Besiedlung des nordöstlichen Bosniens in der späteren Kaiserzeit
gewesen ist. In bemerkenswertem Gegensatze befindet sich hiezu das
Schweigen der Itinerarien und Schriftsteller, die weder Domav. . .,
noch die Ansiedlungen an der Drina noch auch die Städte des kürz-
lich von A. v. Domaszewski Dalmatien zugewiesenen serbischen
Gebietes kennen. Im Nachstehenden habe ich es unterlassen, über die
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