Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 138
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Von der ursprünglichen Inschrift erkennt man in Z. 2. 3

//OROLEIVS//
- DITETF ILM ARITO

Mit Berücksichtigung der späteren Fassung erscheint glaublich
die Ergänzung zu qui(?) ob magistratus honjor(em) olei usfum \ gra-
tuitum jjlebi dejdit. Das et fil. marito ist vielleicht irrthümlich ein-
gehauen statt marito et fil(io), und es mag wegen dieses und etwaiger
anderer Fehler der ursprüngliche Wortlaut geändert worden sein.
Dabei wurde in Z. 2 aus O ein G gemacht; die senkrechte Hasta des
R als I verwendet, ebenso L zu R und I zu T, in Z. 3 I zu F, T zu
I; E zu L, I und L zu D und I zu L verwendet. Die Buchstaben
OL in Z. 2 und wohl auch zwei nach VS stehende, etwa VM, und
in Z. 3 die Buchstaben D, F, MAR, TO wurden wohl mit Kalk
ausgefüllt.

Nach der Änderung las man in Zeile 2 und 3

AGISTRATVS
FILIODECCOLSIR

Der Wortlaut kann dann etwa gewesen sein:

qui jjlebei oleum gratuitum dedit ob honorem m]agistratus \ [et
. . . . io . . . .] filio dec(urioni) col(oniae) Sir\[miensis qui vixitj annis
XXII mens(e) I; | f. . . .ia . . . .a maritjo et filio karissi \ fmis fejcit.

Poznanovic.

Poznanovic ist von Tegare etwa fünf Reitstunden entfernt. Hier
fanden spielende Kinder mitten unter sog. Bogumilensteinen folgende
Sepulcralinschrift:

Platte aus Kalkstein mit einem Zapfen zum Einlassen; Höhe
1-42, Breite 0*605, Dicke 0* 18; über dem 0*6 hohen und 0*44 breiten,
schön umrahmten Inschriftfelde zwei Protomae. Unvertilgbare Flechten
erschwerten die Lesung.

D M
CLAV DIE HI
L A R E -VIX- NM
LLBARBI V S
5 IIATORI COM
I VGI-B E ]>E Mi
R E NTI E T S I B I
FECIT

D(is) M(anibus). Claudi(a)e Hilar(a)e, vix(it) ann(is) Ly L. Bar-
bius ff Pljator ff(ilius) ?] coniugi benemerenti et sibi fecit.
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