Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 142
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Der vollständige Naine wird daher so herzustellen sein: Gaius
Bivius Aurelins Maximus.

5. S. 8706. Große Basis aus Kalkstein, links von oben bis unten,
vorn bis zur ersten Zeile abgesägt. Von der oberen Krönung ist noch
ein Theil auf der rechten Seite rückwärts zu sehen, wonach die Höhe
des Inschriftfeldes bestimmt werden kann. Der Rahmen rechts ist stark
abgestoßen 5 der Fuß fehlt gänzlich. Die Buchstaben sind groß, tief
und unregelmäßig eingegraben.

Die Inschrift bestand also, wie die seitwärts erhaltene obere Krö-
nung außer Zweifel setzt, aus nicht mehr als 8 Zeilen. Die beiden
ersten sind gründlich ausgemeißelt, dagegen lassen sich im Folgenden
mehrere Schriftspuren erkennen, nach denen die Inschrift wenigstens
theilweise ergänzt werden kann. So ist am Ende der dritten Zeile CI
deutlich, links davon eine gerade Hasta nebst einer Rundung, wohl IO
zu lesen. Dass es sich aber um eine Kaiserinschrift handelt, ergibt
sich mit Sicherheit aus den folgenden Zeilen. Z. 4 am Ende ist näm-
lich das Wort trib(unicia) zu erkennen, und Z. 5 zu lesen: III p(ater)
p(atriae) pro \ [cos]Darnach sind im Vorhergehenden andere Titel und
Namen des Kaisers zu erwarten. Z. 3 reicht der Raum zwischen IO
und CI nur für 4 Buchstaben hin, von welchen der zweite nach einigen
noch erkennbaren Spuren als ein E erscheint: daher ist die Ergänzung
pjio [felijci zweifellos.

Von dem Kaisernamen selbst sind in den oberen Zeilen nur gering-
fügige Reste erhalten. Aber zunächst ergebe^ theils paläographische
Gründe, theils die in der Titulatur vorkommende Bezeichnung proconsul
(Z. 5 am Schluss), die seit Septimius Severus vereinzelt und erst von
den späteren Kaisern regelmäßig geführt wurde, dass die Basis nicht
vor dem dritten Jahrhundert n. Chr. anzusetzen ist. Einen weiteren
Anhaltspunkt gibt die Erwähnung der vota decennalia et vicennalia.
Nach den Münzen beginnen solche 10- und 20jährige Gelübde seit der
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