Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 181
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starker Verwitterung bei der geringsten Berührung in Pulver zerfiel,
so dass man zweifeln konnte, ob eine Erhaltung möglich sein werde;
erst mit der Austrocknung an der Luft schlössen sich die tiefeingrei-
fenden Sprünge und verdichtete sich das Material.

Die nächste Ära (Fig. 17), welche aus porösem gelbem Kalkstein
besteht, wurde bei C (siehe Detailplan) gefunden, mit der Vorderseite
nach unten liegend, die Standfläche nach Ost, den Obertheil nach West
gekehrt. Der Würfel trägt an der Vorderseite eine Inschrift (siehe
epigraphischen Anhang), die rechte und linke Seite sind mit Sculpturen
bedeckt, welche deutlich zu erkennen sind: rechts ein Opferkrug,
links auf einer Kugel ein Adler mit einem Kranze im Schnabel. Das
Sockel- und Bekrönungsprofil ist gut erhalten. Die obere Fläche zeigt
eine rechteckige Vertiefung mit Rinne zwischen den üblichen voluten-
förmigen Einrollungen. Die Rückseite war oberflächlich geebnet.

Die Ära D (Fig. 18) nebenan lag in derselben Richtung wie C7
mit der Oberseite nach aufwärts. Auf dem gut erhaltenen Sockelgesimse
sitzt der Würfel, welcher an der Vorderseite die Inschrift (siehe epigra-
phischen Anhang), an der rechten eine Patera, an der linken einen Opfer-
krug zeigt. Über dem gleichfalls gut erhalte-
nen oberen Gesimse sitzt zwischen Palmetten-
akroterien eine Opferschale. Die Rückseite
ist ziemlich roh geebnet. Da die Ära in der
Öffnung der Mauer liegend gefunden wurde,
so bestätigte sich hierdurch, dass diese Öff-
nung den Eingang des Heiligthumes bildete
und nicht etwa erst durch spätere Zerstörung
entstanden ist.

Weiter westlich an der Innenseite der
Süd-Mauer lag das Fragment einer Bronze-
statuette, der Arm K7
nebenan in Fig. 19
in zwei Drittel der
natürlichen Größe
abgebildet. Der Arm

ist massiv gegossen
und war nach Maß-
gabe zweier Löcher
an seinem oberen
Ende mit Stiften an
dem Rumpfe einer
Statuette des Iupiter
Dolichenus befestigt. Fig. 19. Bronze-Arm K aus dem Dolichenum.
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