Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 190
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(Fig. 26) gibt eine nähere Vorstellung und ist für spätere Unter-
suchungen wertvoll, da die Sarkophage vor der Zuschüttung ausgehoben
wurden. Alle sechs Sarkophage sind aus monolithen Kalksteinblöcken
hergestellt, die augenscheinlich in der Nachbarschaft gebrochen wurden.
Die Außenmaße sind im Mittel 1 m breit, 2 m lang, circa 60 cm
hoch, die Wandstärke beträgt 15 cm, die Bodenstärke ist etwas größer.
Sie standen in dem nämlichen Niveau und gehören gewiss derselben
Zeit an. Geschlossen waren sie durch Steinplatten, die sich nicht über-
all mehr vorfanden. Die Platte des Sarkophages K ist im Mittel
30 cm dick und ragt an allen vier Seiten um circa 15 cm über die

Fig. 26.

Sarkophagwand hinaus. Etwas geringer ist dieser Übergriff beim
Deckel IL Auch F und G konnten ähnlich geformte Platten haben,
nicht aber J und JE, welche dicht aneinanderstehen, und zwar sicher
seit jeher, nicht infolge einer Verschiebung. Der Sarkophag K ist
am besten erhalten; sein Deckel war mit vier noch vorhandenen Eisen-
klammern so gut befestigt, dass die Abnahme viel Arbeit verursachte,
ohne übrigens durch eine Ausbeute zu lohnen, da der Sarg nur einige
Knochenreste und Schutt enthielt: man hatte ihn schon in früherer
Zeit geplündert und zu diesem Behufe seine westliche Wand durch-
brochen. In allen sechs Särgen ist nur für einen Leichnam Platz.
An Kleinfunden ist zu erwähnen ein Bronzebeschlag, mehrere Bronze-
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