Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 198
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die einfache Profilschräge kam gewiss an die Seite zu stehen. Das
3*5 cm tiefe Klammerloch, in Fig. 30, XI b sichtbar, passt zu den
Größenverhältnissen der compositen Ordnung ganz gut. Am oberen
Theile (XI c) finden sich 7 cm tiefe Löcher vor, wahrscheinlich zur
Verklammerung der Akroterien bestimmt. Das Profil XII ist dem von
XI d sehr ähnlich. Es ist schwer zu ermitteln, ob wir berechtigt sind
die unleugbar vorhandene Ungenauigkeit der Ausführung so weit gelten
zu lassen, dass beide Stücke dem gleichen Gesimse zuzuweisen sind.
Andere Profilstücke sind die in Fig. 30, XIII dargestellte Ecke, die in
Fig. 30, XIV dargestellte Hohlkehle mit Blattreihe, und das zu letzterem
gehörige Eckstück XV, welches ebenfalls auf seiner oberen Fläche
Klammerlöcher aufweist, auf der Unterseite aber zerstört ist. In Fig. 30,
XVI und XVII sehen wir zwei weitere Profile, welche sich aber in
keinen Zusammenhang mit anderen vorhandenen Resten bringen lassen.
Interessant ist die Art der Bearbeitung durch Meiselhiebe, welche in
Fig. 30, XVI erkennbar ist. Eine eigenthümliche Form zeigen die Stücke
XVIII a—e, deren Zusammengehörigkeit sicher ist, und welche dem
in Fig. 30, XIX dargestellten Eckstücke ähnlich profiliert sind. Ihre
Bestimmung ist unsicher. Fernere Stücke von je 22, 37 und 30 cm
Länge und 28*5 cm Halbmesser, über die ich zunächst keine Ansicht
äußern kann, wurden in Fig. 30, XX a—c reproduciert. In XXI ist
die Art der Bearbeitung einer Wandfläche, welche für die in Carnun-
tum gebräuchliche derbe Technik höchst charakteristisch ist, in XXI b
das Profil in halber Naturgröße dargestellt.

Die Wände des kleinen Grabdenkmales wurden von Quadern
gebildet, deren eine in Fig. 30, XXII wiedergegeben ist. Die Dicke
der Mauer stellt sich auf 31 cm bis 32 cm und ist ungefähr gleich der
Pilasterbreite. Der Wandsockel war, wenn auch einfach, so doch ge-
wiss profiliert, die in Fig. 30, XXIII mitgetheilten Reste dürften dem-
selben entsprechen.

Von dem Akroterienschmuck, den die Klammerlöcher der Ge-
simse erweisen, sind sichere Überbleibsel zu constatieren. Eine größere
Eck-Akroterie mit palmettenartigen Blättern, die sich an ihren Enden
einrollen, in ziemlich derber ProfiJierung, gibt Fig. 31, XXIV, zwei
kleinere Volutenreste, die durch ein Bandmotiv festgehalten werden,
XXV a. b. c. Westlich fanden sich ferner die Obertheile zweier
Grabstelen, eine mit rundem Querschnitte und eine solche mit acht-
eckigem, vergl. Fig. 31, XXVI und XXVII. Drei Seiten der acht-
eckigen Stele sind mit profilierten Umrahmungen versehen, die Breit-
seite, XXVII, dürfte der Vorderansicht entsprechen: bei beiden Stelen
ist auf dem Schafte ein eiförmiger Knopf aufgesetzt. Derselbe hat
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