Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 200
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auf der achteckigen Stele in der Spitze einen Bleiverguss zur Befesti-
gung eines Aufsatzes.

Außer der conipositen Ordnung kommt noch eine korinthische
vor. Das Capital einer solchen gibt Fig. 31, XXVIII. Dasselbe kam
an die Ecke eines Gebäudes zu stehen, dessen Wände und dessen
Pilaster 26 cm stark waren. Die obere Fläche c und die untere d
haben Klammerlöcher zur Befestigung. Leider fanden sich von dieser
zweiten Ordnung nur noch Beste eines Säulenschaftes (Fig. 31, XXIX).

Von anderen Funden ist noch Folgendes hervorzuheben. Auf
der Deckplatte des oben beschriebenen, zusammengesetzten Steinsar-
kophages wurde das Relief eines nackten Knaben mit Siegespalme
und Kranz aufgefunden (Fig. 31, XXX). Die Technik gleicht dem oben
besprochenen Relief, die Arbeit ist roh und durch Verwitterung noch

Fig. 32.

Jtestz aus dem Gräberfelde b. d.Rw^äJ{aJ^eUev:I,etrof^ell.

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3 r. rufe.

undeutlicher geworden. Gefunden wurden auch Reste eines Mosaik-
bodens, der aus ziemlich großen Stücken zusammengesetzt war;
Fig. 31, XXXI zeigt einen der Ziegel. Das Eckstück eines sehr zerstörten
Reliefs (XXXII) zeigt an der einen Seite den Kopf eines stehenden
Greifen, an der anderen eine nackte, stehende Kinderfigur hinter einer
knienden bekleideten. Ein anderes, leider ebenfalls stark mitgenommenes
Bruchstück (XXXIII a—d) ist auf zwei einander gegenüber liegenden
Seiten sculpiert; die ursprüngliche Dicke ist 35 cm, seine Breite wird
circa 50 cm, seine Höhe 110 cm betragen haben. Die 7 cm tief einge-
aibeiteten Relieffiguren stellen auf der einen Seite eine stehende
bekleidete männliche Figur, auf der andern eine vielleicht weibliche
nackte sitzend vor. Die gleichmäßige Dicke der Platte schließt den
Gedanken aus, dass eines der beiden Reliefs späteren Ursprungs und
dem Werkstück auf der Rückseite angearbeitet sein könne. Vielmehr
war dasselbe wohl zwischen den Pilastern einer Cellawand verwendet,
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