Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 237
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er der Kaiserin Victorina in Gallien gedenkt und ganz besonders
über die Zenobia in Syrien ausführliche Nachrichten hinterließ. Wir
sind demnach darauf angewiesen, aus den vorhandenen Münzen unsere
Schlüsse zu ziehen und zunächst die bekannten Münzen zur Be-
schreibung zu bringen.

Im Werke Cohen finden sich Band VI2 Seite 11 drei Exemplare
beschrieben, alle mit der Schätzung zu 350 Francs.

Nr. 1. Im k. k. Münz- und Antikencabinet in Wien
(Tafel IV Nr. 2).

Avers. SV LP DRYANTILLA AVG Kopf der Kaiserin mit Dia-
dem, von rechts auf Halbmond ruhend.

Revers. IVNONI REDINE Juno linkshin stehend, mit vorgestreckter
Hand eine Schale haltend und in der Linken ein langes Scepter.
Ein zweites völlig entsprechendes Exemplar, ebenfalls im k. k.

Münz- und Antikencabinet, auf Tafel IV Nr. 3.

Nr. 2. Französisches Cabinet.
Avers. PIE TA S N TIL . . . . Uberprägung eines Denars der Julia
Domna.

Revers. IVLIA NI REDINE Überprägung, unter der ein Theil des
Kopfes der Julia Domna noch sichtbar.
(Dieses Exemplar ist sicher identisch mit dem des Museums
Hedervarii, Vind. 1814 pag. 209 Nr. 2835 Tab. Suppl. Nr. 10).

Nr. 3. Eckhel.

Avers......sa avg YAN TIL L A Überprägung eines Denares der

Julia Maesa.

Revers PVVNONI REDIN Überprägung des Reverses pvdicitia .

Außerdem erwähnt Cohen zu Nr. 1 ein Stück aus der Sammlung
M. Faber mit IVNONI REDINE, überprägt auf einen Denar des
Severus Alexander, wovon DER PIVS noch zu lesen sei.

Betreff dieses Exemplares kann ich, da es einstmals mein Eigen-
thum war, Folgendes berichten.

Ehedem befand sich dasselbe in der Sammlung des Herrn Fer-
dinand Fabry in Raab, der es selbst aus dem Schmelztiegel eines
Raaber Goldarbeiters gerettet hatte; es sind auch noch die Spuren des
begonnenen Schmelzprocesses sichtbar. Später gelangte diese Münze
in meinen Besitz und jetzt befindet sie sich in der hervorragenden
Sammlung Sr. Durchlaucht des Herrn Prinzen Ernst zu Windischgraetz
in Wien. — Mir war damals eine Dryantillamünze noch nicht vorge-
kommen, weshalb ich das Exemplar im Einverständnis mit Herrn
Fabry an Cohen nach Paris sandte; auf diese Weise ist die Erwäh-
nung in dessen Werk gekommen.
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