Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 244
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Aemilianus . .
Valerianus . . . .
Gallienus Anfang ,
n 4. Jahr ,
Claudius Grothicus

n n

(254) 10 St. mit 36.0 gr. = 3.60 gr.

(254—260) 10 „ ., 32.0 „ == 3.20 „

(260—268) 10 „ „ 36.3 „ = 3.63 „

10 „ „ 32.0 „ = 3.20 „ •
(268—270) — == 3.35 „

„ Feingehalt 0,030—0,131.

Aus den vorstehenden Gewichtsangaben entnehmen wir, wie un-
aufhörlich das Gewicht des Antoninian geringer wurde. Seit der
Regierung des Gallienus kann von einer Silbei münze überhaupt nicht
mehr gesprochen werden; die Strahlenkrone bezeichnet allerdings noch
den Antoninianus, doch ist dieser nunmehr fast wertlos geworden.

Die aus der Regierungszeit des Trajanus Decius (249—251) vor-
liegenden zwei Münzen bestätigen vortrefflich, wie infolge des Wert-
verhältnisses von Denar zum Antoninian eine Überprägung der Denare
ohne Nachtheil für den Verkehr ausgeübt werden konnte. Es dürfte
hier nochmals der Versuch gemacht worden sein, den weiteren Verfall
aufzuhalten, da wir Kupferquinare von Trajanus Decius kennen, die
wohl dem Denar des Caracalla oder x/2 neron. Denar entsprechen.

Weitere 10 Jahre hindurch dürfte dieses Verhältnis sich erhalten
haben, denn wir fanden, dass Regalianus (etwa im Jahr 262) in gleicher
Weise wie Trajanus Decius Denare zu Antoninianen überprägte.
Demnach hat dieser nicht anerkannte Kaiser nicht, wie allgemein an-
genommen wird, etwas Neues gethan, sondern das fortgesetzt, was
frühere Kaiser eingeführt hatten.

TH. ROHDE

BERICHTIGUNG

Auf S. 161 ist zu Anfang von Z. 8 statt 'Darunter5 zu lesen
'Darüber' und in der vorletzten Zeile c4.60 m statt c3.40 m\
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