Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 246
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4. In dem Sockel der Außenseite der Stadtmauer am Hafen von
Durazzo ragt eine etwa 0*85 breite und etwa 0*80 hohe, oben mit
einem Rande versehene Platte aus der Mauer hervor. Die Schrift-
flache war ehemals theilweise eingemauert, liegt aber jetzt frei. Die
Inschrift ist namentlich nach rechts hin verwittert. Von Z. 2 bis
zum Ende der Inschrift ist ein Raum von etwa 0*30. Gelesen ist:

d- m

p o m / n
v s c o / o
co • d,

5 ilabia;nam

ri to er
t i et/bi
posvi/

Dazu wird bemerkt, dass Z. 5 das erste I zweifelhaft ist und hier
vielleicht überhaupt kein Buchstabe stand.

Der Schluss vom Ende von Z. 5 an ist deutlich: mfajrito [bene
m]er[en]ti et [sijbi posuiftj. Der Name des Verstorbenen in Z. 2. 3 war
vielleicht Pomfejnftino FJusc(o). Eine Pomentina Maxima kommt in
einer andern Inschrift von Dyrrhachium C. I. L. III 622 vor. Ob
darauf noch die Stellung des Verstorbenen angegeben war oder gleich
der Name der Gattin folgte, ist nicht sicher und auch von diesem
Namen nur die letzte Silbe des Cognomen na deutlich.

5. Auf einem jetzt etwa 0*60 hohen, 0*55 breiten Stein an der Quelle
Sta Lucia bei Durazzo konnte von der Inschrift noch gelesen werden:

I D I O V X "-^

C G K £ II

j x K H csf

und unten rechts ein querliegendes größeres A.

Die Reste reichen zur Herstellung nicht aus. Denkbar ist, dass
Z. 2 eTeXfeuxnö'ev] stand, 3 ev9dö]e Kei[TCü, 4 zum Schluss die Angabe
des Lebensalters mit \ar\ also 28 Jahren.

6. Unterhalb derselben Quelle im Garten der Brüder Herren
Troia im Westen der Stadt, eine Minute von der Stadtmauer ist eine
etwa 1*55 hohe und O70 breite Platte, auf deren unteren Hälfte ein
nach links eilender Jüngling in kurzem gegürteten Chiton zu erkennen
ist. Derselbe hält mit beiden in Schulterhöhe erhobenen Händen ein
shawlartig langes Attribut (Netz?), das in weitem Bogen herabfällt
und sich über einer an Schnüren hängenden Reuse (?), die er zugleich
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