Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 248
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Alterthum nicht allzuviele, welche anderweitig bekannten Persönlich-
keiten angehören; umsomehr bedauere ich, diese hier zu spät aus
meinen Scheden hervorgezogen zu haben, um sie mit den beiden
anderen Inschriften zu einem Bilde vereinigen zu können.

Diese Inschrift findet sich schon, wenn auch etwas unkenntlich,
bei Biliotti et Cottret, File de Rhodes, 1881, 483:

......NIKATOPAIPAMOIAIAX

... YIO0EIIA. . . . AAAAPMIOI

Ich habe sie im vorigen September in einem Garten des Weilerb
Tschayr etwa eine halbe Stunde SW. von dem großen Dorfe Koskinu
wiedergefunden; in der Nähe befindet sich die kleine hübsche Moschee,
eine der wenigen der Insel außerhalb der alten Festung. Der Text folgt
im Faksimile, nach einer Photographie vom Abklatsche.

Nirayopac; TTauqpiXiöa
[Ka03] uoGeoiav öe NiKoq-opa
Aaöötpuioc;.

Wir lernen daraus, dass Nikagoras aus einem Demos von Lindos
stammte, der im gebirgigen Inneren von Rhodos an der Stelle des
heutigen Alaerma lag. Wenn ihm also die Karpathier wegen seiner
Kriegsthaten in der Peraia ein Denkmal setzten, so war nicht seine
Heimat, sondern die seiner Soldaten der Grund.1) Diese Herkunft der
Soldaten aus dem weiteren Gebiete des rhodischen Reichs außerhalb
der ueYdXri uoXic; erkläit vielleicht besser den räthselhaften Titel
(TTpaiapicTa^ 6k hölvtuuv, als die von Schumacher geltend gemachte,
nicht stadtrhodische Heimat der Strategen selbst.2)

*) Es bleibt freilich noch eine Möglichkeit, dass Nikagoras erst durch die
Adoption Lad armier wurde, von Geburt aber aus Karpathos stammte. Man kann
dafür geltend machen, dass im Heiligthum des Poteidan Porthmios auch ein Ehren-
decret für den Kai pathiopoliten IlafupiMdag: 'Iiyowoz aufgestellt war (bull. corr. hell.
VIII 353), so dass demnach der Sohn neben dem Vater gestanden haben würde.
Indessen ist diese Gleichsetzung nicht nöthig, da der Name Tlaf-iquli^ag auch sonst
vorkommt (z. B. bull. corr. hell. XIV 279, d 49).

2) Schumacher, de republ. Rhodiorum comm. 57. Hier sei mir gestattet,
einen anderen Nachtrag zu der karpathischen Inschrift zu bringen, den ich U. v.
Wilamowitz danke: Z. 6 f. y.jal xa (pQOVQia u[7ixai6ro)g ] j navta diaqivlü^ag tibi däfiwi.
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