Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 16.1893

Seite: 251
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Das 5EpYOT[e\r|c;] auf B gehörte bestimmt zu einer Schale, deren Schöpfer
Ergoteles, der Bruder Tlesons war, und somit bereichert sich das künst-
lerische Inventar dieses Vasenmalers, der im großen Gegensatze zu
seinem Bruder nur durch ein Berliner Gefäß (Furtwängler 1758) bekannt
war, um ein zweites. Zu seiner Signatur gehört noch von A) f EpYOTeXnjc;
eTroincrev, von B) [eTroincrJev 6 N[edpxou], während die des Tleson auf
A) in T\r|[ö'wv] und auf B) in [TXrijduuv 6 Nedpxou e7T[ofr|ö"ev] zu suchen
ist. Das noch übrigbleibende eTioiricrev von A) kann zu beiden Sig-
naturen gehört haben, da Tleson wie Ergoteles zweimal auf jede Schale
ihre Signatur setzen.

Seit der letzten Aufzählung der 36 signierten Werke Tlesons bei
Klein M. S.2 p. 73—75 haben sich außer der eben besprochenen
Schale noch fünf weitere hinzugesellt: 1. in Orvieto. Notizie degli
scavi 1887 p. 364; 2. u. 3. Boulogne sur mer. M.Mayer im Arch. Anz.
1889 p. 185; 4. Rom. Museo Torlonia. Gef. in Vulci 1889. Gsell,
fouilles dans la necropole de Vulci 1891. Tf. 9 p. 111; 5.. Brüssel,
ehemals Branteghem. Fröhner, cat. Branteghem (1892) n° 11. Mit
diesen ist die Zahl der Gefäße Tlesons auf 41 angewachsen. An Pro-
ductivität steht also unter den Vasenmalern Tleson dem Nikosthenes
am nächsten.

Wien, im Januar 1893. LUDWIG POLLAK

Neue Inschriften aus Dacien

I. Varhely (Sarmizegetusa).

1. Bukovaer Marmor mit schönen großen Buchstaben, gefunden
bei den Ausgrabungen des Amphitheaters 1890; h. 0*12, br. 0'46.

LpvJ

Die Reste in Z. 1 beziehen sich vielleicht auf das collegium
fabrum, wie n. 3.

2. Bukovaer Marmor, ebendaselbst.

prosal)

ANVAlJ
a v g p|

Die Inschrift bezog sich "vielleicht auf dieselbe Persönlichkeit
wie die gleichfalls aus Varhely stammende (diese Zeitschrift VI S. 99
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