Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 17.1894

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mil(i)tis legiionis) Villi (centuria) Clacludi (?) Scvcri, acniwt) VII,
anor(iim) XXX | fSPANICA• LERIA | CIV MA. Henzen 607(3 fasste
die letzten Worte als Bezeichnung einer Frau Ispanica Icria civ(i)
ma[ximi exempli], was Hühner ablehnte: ,neque enim quidquam deest
in fine'. Hühner schlug' Ispanica Leria civ(is) Jla . . . .) oder, Avas
schon wegen der Ehelosigkeit der Soldaten fdie neunte Legion gieng
120 n. Chr. zugrunde) unwahrscheinlich ist, civ(js) ma(rito) oder c(on \iu\ nx)
ma(rito) vor; Mommsen Ispani Galeria civ\is\ 2Ia\ ....'), so noch
Eph. ep. V S. 219. Zu lesen ist Ispani Gdleria CLVXIA, vergl. mein
imp. Rom. trih. discr. S. 102, dazu C. I. L. 11 5205 und revue archeol.
1891 XVHI 414 n. 153.

Der Name des Centurionen in Z. 3 ist Babudi; zur cursivcn
Form des B, die hier vorliegt, s. Hühner ex. scr. p. LV; Prof. Bormann
macht mich darauf aufmerksam, dass auf Steinen von Collemancio -
Frvinum Hortense Babudii sich finden CIL XI 5185. 5100.

Die Lesum;- dieser Inschrift liat nachträglich durch die freund-
liehen Bemühungen des Reverend Edmund Venahles, preeeptor of
Lincoln cathedral und des Prof. F. Haverfield in Oxford die gewünschte
Bestätigung in vollem Ausmaasse erhalten. Ersterer Hess, dank der
Vermittlung des Grazer Prof. Heinrich Schenkl, durch den dortigen
mastermason (Oberinaurermeister) einen Abklatsch für mich anfertigen.
Letzterer verglich auf Venahles'Wunsch die Inschrift neuerdings, stellte
mir seine Copie zur Verfügung und vermittelte mir obendrein eine
gelungene Photographie des Steines, nach welcher das obige Bild an-
gefertigt wurde. Ich hin beiden Herren zu Dank verpflichtet. Hinzuzu-
fügen ist, dass der Stein 54 inches = 1*35 m hoch, 37 inches -
0*92 breit ist und in Z. 1 0*07 hohe Buchstaben, sonst etwas kleinere
(etwa 0'06) hat, sowie dass Herr Haverfield in Z. 1. 2. 3 ,keine Spur
von einem lapicida novicius, wie Hülmer annimmt', bemerkte.

Während diese Zeilen im Satz standen, gieng mir (4. Juni 1894) durch die
Freundlichkeit des Prof. Haverfield das 3. Heft seiner Eoman inscriptions in Britain -
Archaeological Journal 1894 I 279 ff. zu; daselbst ist unter n. XVIII der Stein des
Flavinus crenauer besprochen und abgebildet.

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