Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 17.1894

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A{elio?) Reatino [mü(iti) co]h. [I] Ba[t(avorum)]; v[ix(it) ann(ps)]. . .
Cl(audia) Actav[a? . . .} soro[r eins.

Z. 2 habe ich nach n. 1 corrigiert. Z. 4 vielleicht Actiana.

0. Poröser Kalkstein; H. F40, Bi\ 0'55. Links gebrochen. Unter
einem sehr verwitterten Relief — man erkennt noch eine Frau, welche
ein Füllhorn (?) hält, und neben ihr ein Kind — steht in 5 cm hohen
Buchstaben folgende Inschrift:

BIRSIMILIIK3
atxxx aa r
a s f ia t e r a
r pc frat ri

. . birsi miü[t]i co(hortis) .... [vix(it)] an(nos) XXX [M.] A[u]r(e-
lius) .... as f[r]ater Ä\ur(elia) .... soro\r p(onendum) c(uraverunt)
fratri.

10. Grosse Stele aus Kalkstein (H. 1*57, Br. 0-42) in zwei Stücke
gebrochen. Über einem leeren Felde ist ein sorgfältig ausgeführtes
Relief fast unversehrt erhalten. Tier Gäste, zwei Männer und zwei
Frauen, sind um einen runden dreifüssigen Tisch vereinigt. Die Männer
scheinen auf einem Bette liegend gedacht zu sein, die Frauen sitzen
linkerseits in hohen Korbstühlen. Letztere sind mit einem gegürteten,
mit Ärmeln -v ersehenen Untergewand (dalmatica) und einem Überwurf
bekleidet, unter einem ähnlichen Mantel tragen die Männer eine der
Länge nach gefaltete Tunica (colobium), offenbar aus Leinwand. Auf
dem Tische stehen drei Becher, zwei andere haben die Männer in
einer Hand, während sie mit dem andern Arm ihre Frauen umschlingen.
Was dem Gastmahl ein besonderes Interesse gibt, ist eine fünfte Figur,
ein junger Mann mit langlockigem Haar, der hinter den Gästen und
etwas höher als dieselben steht. Mit beiderseits gehobenen Händen
hält er ein Tuch ausgebreitet, womit er die vor ihm sitzenden Figuren
umhüllen zu wollen scheint. Ohne Zweifel hat dieser Zusatz eine
symbolische Bedeutung. Man denkt unwillkürlich an eine Allegorie des
Todes, die ich freilich in solcher Fassung nicht zu belegen weiss.
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