Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 17.1894

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ist schon in der ersten Zeile des Epigrammes durch rcaxpa 'Aßavcta?
genannt, eine genauere Angahe kaum zu erwarten; einen Sohn der
'EXXorcta zu bezeichnen stand 'EkXomzöc, zur Verfügung. ^NIit allem Vor-
behalt vermuthe ich rEXX]o7rt5soo, als patronymisches Adjectiv zu dem
durch Ailian v. h. 4, 8 bezeugten Namen ?EXXo7cl8yjs. Für die Bildung
auf -stog statt -ato? fehlt es nicht an Beispielen. — In der letzten er-
haltenen Zeile habe ich früher die Künstlerinschrift gesucht und 6 o.
MJsYTjTos XaX%[i8so<; Ircotojasv zu ergänzen vorgeschlagen. Mit Rücksicht
auf die Raumverhältnisse ist es mir jetzt wahrscheinlicher, dass der
Dichter des Epigrammes genannt war, also (vergl. z. B. Ath. Mitth.
VIII 23) MjsYYj-o? XaXy.-okoc zu lesen ist.

Wien. AL). WILHELM

Zu Theopkrasts Charakteren.

27 (°0'}i[j.aö"'ac i p. 152, 24 P. x,at svSsxa Xixoüs a'jvaysiv xoöc [let'
auroö auva6£ovtac. Die Herausgeber und Kritiker verzweifeln oder ver-
suchen gewaltsame Änderungen und Zusätze, ohne Noth und ohne
Erfolg. Der Vorstellungskreis, in dem der Sinn des Satzes zu suchen
ist, wird durch die Verba aDVöt^eiv und oovaö^siv, die augetastet zu
werden pflegen, sieh aber gegenseitig schützen und stützen, unzweideutig
gekennzeichnet. Beide Ausdrücke gehören der Sprache des griechischen
Vereinslebens an, das eine Darstellung, wie sie der ebenso anziehende
als wichtige Gegenstand verdient, noch immer nicht gefunden hat. Ich
bringe nur einige Belege; ihre Fülle geordnet auszubreiten ist ohne
eingehende Erörterung der Sache unmöglich und für den Zweck dieser
kritischen Bemerkung auch nicht erforderlich, aovayew bedeutet das
Veranstalten von Zusammenkünften, das Gründen von Voreinen: o. xotvov
ävopkoD, a. to 5toivov h) tco |xooa£u.>7 a. aüXXo'fov in dem Testamente der
Epikteta (jetzt Mon. ant. II 69 ff.), o. epavov CJA II 621, III 73, 74,
CJG Sept 3376, a. bidaooQ CJA II 573 b, Demosth. 19, 281, Euthias frg.
Or. Att. II 320 Tur.; geradezu das Bewirten und Zechen owd-^iv — to
\j.iz~ äXXrjXiDV ariveiv Athen. 8, 365 c; ODVa6£siv (ebenso £-ao£eiv und
aovsiraoieiv) die thätige Förderung der Vereinszwecke seitens der Mit-
glieder: 0Dva6£a)v SiaxcteXsxs w.? opYswoiv njv aovooov in dem von C. Schäfer
veröffentlichten Psephisma der Orgeonen JJ 1880, 422 ff.; ljuao£siv ttjv
aovo§ov in dem Psephisma der Soteriasten 'Ex. «py. 1893, 53, zov spavov
CJG 2525 b 84; sehr bezeichnender Weise in dem Testamente des
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