Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 17.1894

Seite: 157
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Weg setze ich auch in der Peutingerschen Tafel voraus, welche zuerst
die am rechten Donauufer gelegenen Castelle und Ortschaften bis
Trigisamum verfolgt, dann aber in das Innere einbiegt, Cetium berührt
haben muss, und bei Melk und Namare wieder an die Donau gelangt, so
dass durch Einsetzung von Cetio XIV3) die Übereinstimmung zwischen
dem Buch- und dem Karten-Itinerar hergestellt und der Lauf der
Heerstrasse im wesentlichen festgelegt erscheint.

Die Natur des verwendeten Materiales verhindert uns, dies
Resultat mit grösserer Bestimmtheit vorzutragen. Von seiner Veröffent-
lichung abzuseilen erscheint aber nicht geboten und nicht räthlich, da
eine gedeihliche Fortführung dieser Anregungen von anderer Seite nicht
ausgeschlossen erscheint und die Möglichkeit, dass noch andere Zeug-
nisse für den Strassenlauf im nordöstlichen Noricum so ungenützt liegen
geblieben sind, wie der ,Erdäpfelsack' von Xietzing, und ihrer Ver-
wertung noch entgegensehen, zu einer öffentlichen Discussion der ganzen
Frage anspornt.

Es freut mich übrigens sehr, dass meine Erörterungen mich zu der
gleichen Ansetzung von Cetium geführt haben, zu der zuletzt Kenner
(Berichte und Mittheilungen des Altertimms-Vereines zu Wien 1877
XVII 294 ff.) auf anderem Wege gelangt ist, und für welche sich
Kiepert in dem eben erschienenen ersten Hefte seiner grossen Formae
orbis antiqui entschieden hat. Ich glaube, aus diesem Zusammen-
treffen mit beiden erfahrenen Forschern einigermaassen auch umgekehrt
auf die Richtigkeit der oben hypothetisch vorgetragenen Annahmen
schliessen zu dürfen.

KUBITSCHEK

3) Von der durch das It. Ant. gegebenen Entfernungszahl 30 ist die Summe
der zwischen Comagenae und Trigisamum nach TP gelegenen IG Millien abzuziehen.
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