Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 17.1894

Seite: 160
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über Z. 1 nichts mehr geschrieben gewesen zu sein, wenigstens hat
nach dem auf der linken Seite höher erhaltenen Rande keine volle Zeile
mehr darüber gestanden. Buchstaben (3. Jahrh. n. Chr.) ungleichmässig.

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^>^X'4 [xaö-r^TjC tto ISto) ematdr/] (,Werkmeister;Lehrmeister').

10. Kalksteinplatte aus Rom (0*34 Ii., 0*56 br.; 0-04 d.),
zugleich mit dem vorigen Stücke erworben. Oben und unten sind
die Spuren der Befestigung der Platte (durch starke Nägel) erhalten.

Die Inschrift auf dem Schlusstein der Nische, gleichlautend mit der Urne' = CJL
VI 29062.

n. 100 ,Inschrifttafel. Antik, phrygischer Marmor. H. 25, Br. 25, mit griechi-
scher (nicht mitgetheilter) Inschrift' = oben n. 9. Ich bemerke übrigens hiezu, dass
die kleinasiatische Provenienz dieser Tafel vielleicht, ja sogar wahrscheinlich ledig-
lich aus der vermutheten Provenienz des Marmors erschlossen worden ist, und dass ihr
Typus unter den stadtrömischen Inschriften griechischer Sprache genug Analoga hat.

n. 101 .Desgleichen. Gedenktafel . . . Pentelischer Marmor. H. 27, Br. 55,
Marmorstärke 3 cm' = bull. com. 1888 p. 72 n. 10.

n. 102 .Grabstein. H. 34, Br. 55, Plattenstärke 4 cm.' Inschrift = oben n. 10.

Ferner sind S. 22 unter n. 270 die Stempel von sechs antiken Bleirühren
angegeben.

Heute sind diese Bleiröhren, sowie die Inschrifttafel n. 99 und die Urne mit
der gleichlautenden (gefälschten!) Inschrift im Besitze des Eealitätenbesitzers Karl
Hollitzer und werden im Vereinsmuseum von Carnuntum aufbewahrt (vergl. den
Führer durch Carnuntum 3 62); diese Stücke waren zuletzt in Pressburg zum Verkauf
ausgeboten gewesen. Die Columbarientafel n. 101 hat der Realitätenbesitzer Theodor
Rhode, der Verfasser der trefflichen Monographie über die Münzen des Kaisers
Aurelianus, 1891 bei dem Antiquitätenhändler Moriz Bernauer in Pressburg als
angeblich carnuntinischen Fund erstanden und in die Umfassungsmauer seines Land-
guts in Trautmannsdorf (bei Bruck an der Leitha) zur Rechten des Eingangsthores
eingelassen. Die Tafeln n. 100 und n. 102 erklärt Herr Willner auf der Auction
selbst gekauft zu haben. Nr. 102 hat, da er sie zu behalten nicht gewillt war. seit
dem Frühjahr 1894 eine neue Wanderung angetreten; anfänglich befand sie sich in
Pressburg, seit kurzem ist sie wieder in Wien (im Handel). Was mit n. 96 geschehen
ist, weiss ich nicht. Ich bemerke schliesslich, dass die Inschriften n. 99 und n. 101
von G. Tomasetti zusammen ediert worden sind, bull, comunale des Jahres 1888 (!),
S. 72 n. 10 und 11.
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