Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 17.1894

Seite: 167
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lassen und uberschickt, so will ich die Inscription desselben hernach
setzen, wie dies eigentlich und richtig- sieh befindt.

D. M.

S E C CIVS SECVNDINVS
VET . LE G . II. I TAL . PE -
= EIVLA SEVERIO CO N I
EIVS SIBI TE SECCIAE,SECV -
DINAE FIL.E.MARIIS MAXIMO
TE.SECVNDONEPOTIBVS
SVIS VI VI FECERVNT TE IVL
APRICIO FIL.MIL.LEG.SS.
PRAEF.STIP. VI.0 AN. XXV

Daraus ist nun erstliehen zu sehen, wie gar ungleich diese Inscription
von andern eingeführt, und zum andern, dass ausdruekentlieh leg. IL
P. F. darinnen benent wird1) und dass Lazius das I am Wort ITAL.
für ein numerum gehalten und wieder aus denen übrigen und folgenden
Buchstaben P so PIA heisst ALP. daraus gemacht2; also EIVLA für
ET IVLIA. Fürs dritt, weil dies monumentum zu Passau gefunden
worden, dass solche legio secunda nit in mediterraneo3) sondern ripensi
Norico gelegen, wie aber dies monumentum gen Windhaag kommen,
ist nit leichtlich zu wissen, wie es dann Herrn Friedrichen Vater seil ist
nit gewusst hat, dann als ich einstmals in meiner .lugend zu ihm
kommen und an der Schrift gelesen, fragt Er mich, was ich les und
als ich vermelt, es war ein Epitaphium eines römischen Soldaten, lachet

er überlaut".....

Diese Stelle aus Streins Annalen enthält, abgesehen von der für
die Zeit beachtenswerten Kritik der Flüchtigkeit des Lazius, eine
selbständige und nahezu fehlerfreie Abschrift des Steines,4) die für die
gelehrte Bildung ihres Urhebers ein sehr ehrenvolles Zeugnis gibt, die
aber, da der Stein 1856 in Ferschnitz bei Amstetten in einer Schmiede

!) Hoheneck hat also in seiner Abschrift des Streinschen Werkes im Text der
Inschrift Z. 3 PF für PE verlesen oder verschrieben. Die Schrift des Freiherrn
v. Strein ist, wie seine erhaltenen Aufzeichnungen zeigen, schwer leserlich.

2I Laz. 1. c. p. 640 gibt VET. LE G. III. ALP. F. EIV : LA.

^) Laz. 1. c. wegen des Fundortes Cilli.

4) Die Ligatur rE ist mit TE aufgelöst, die Zeilen sind nicht richtig, aber
besser als in anderen alten Abschriften eingehalten und in der letzten Zeile fehlt
BF vor PRAEF; doch ist möglich, dass all dies Versehen der Abschrift Hohenecks
sind, wie das eine, das ich oben Anm. 1 erwähnt habe.

Archäologisch-epigraphische Mittheilungen XVII, 2. J2
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