Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

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(Inscr. graec. ined. III 200, vollständiger I. GL Ins. I 956), die auf
dem mittelsten, 2"64 langen, 0'64 hohen Architravblocke eines kleinen
Tempels angebracht ist. Diese Burg- ist nicht ohne Interesse. Sie liegt
etwa 3/4 Stunden westlich vom Hafen auf einer schmalen Höhe über
der Südküste der Insel. Der Zugang erfolgt von einem Sattel aus.
welcher die Verbindung mit den höheren Bergen der Nordküste bildet,
und auf dem ein Dorf liegt, das noch von Boss als Hauptort bezeichnet
wird, jetzt aber im Vergleich zu dem aufblühenden Hafenplatze ärmlich
und verfallen ist. Auf dieser Seite bedurfte die Burg also hauptsächlich
einer Befestigung. So finden wir denn daselbst, von Osten nach Westen

Fig. 2. Doppelthron des Zeus und der Hekate.

laufend, eine schöne Polygonmauer, etwas höher eine parallele Mauer
aus regelmässigen Quadern, die beide nicht nur Befestigungszwecken,
sondern auch als Terrassenmauern dienen mochten. Denn in der That
liegt über der zweiten Mauer eine schmale längliche Terrasse, welche
sicherlich Zwecken des Cultus gedient hat. Darauf weist erstens ein
in den Fels gehauener doppelter Thron, etwa 1*30 lang, 0'95 hoch
(davon 0-40 auf die Lehne, 0*55 auf den eigentlichen Sitz kommen1,
zu dem eine 0T4 hohe Stufe hinaufführt; die 0*55 tiefen Sitzflächen
weisen eine kreisrunde (Uättung auf, und eine auf der Vorderseite in

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