Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

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gebracht waren, im Schlafe und befahlen ihnen das, Avas sie zu thun
hatten, um von ihren Übeln geheilt zu werden. Dazu gehört einmal
das Recept, zum anderen das Weihgeschenk, der Dank für die erfolgte
Heilung, auf dem die Erwähnung des göttlichen Befehles immer im
Vordergrunde steht. Drexler (S. 524) führt als solche Ausdrücke
5rpo<3Td£avro<; zoü O-eoö, xata izpörsza^y., v.y.zy. l7C'.TayYjV, ysj£ e-'ltayixa, sc,
i'CXEAHOGsojc, Kata xiXsos'.v, y.y.z ovetpov, "/.7.x)-1 opapia, xat1 ovap, ovap ISwv,
7.a-" k-'.faviav an, dazu entsprechend lateinische Wendungen; ein blosses
3rp6aTaY[i.a oder dorisch -otit7.Y;j.a ohne Präposition findet sich unter
seinen Beispielen wenigstens nicht. Doch es hat keinen Anstoss, das
Weihgeschenk selbst als den Inhalt des Gebotes anzusehen, das Isis
und Sarapis dem Timokrates im Traume ertheilt haben.

Noch eine Frage bleibt übrig: nach der Bedeutung des Steines
selbst und seiner Aufstellung. Zur Entscheidung müssten wir freilich
noch mehr wissen, als aus den vorliegenden, oben mitgetheilten Angaben
erhellt. So wie es jetzt stellt, können wir nur vermuthen, dass es der
obere von einem Giebel gekrönte besonders gearbeitete Abschluss einer
grösseren Reliefplatte war, welche eine Darstellung- der hilfreichen
Gottheiten, oder des Geheilten allein, enthielt. Vielleicht werden andere
darüber Auskunft geben können.

Berlin, Januar 1895.

F. HILLER v. GlAERTRINGrEN
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