Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

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lässt sich nicht aufzeigen. Auch geht die Höhe der Pechlarner Reliefs
über die durchschnittliche Höhe der Sarkophage weit hinaus. Dieselbe
Bemerkung- hat Kenner (Mitth. der Centralcomm. 1879 S. 6) zu einem
römischen Relief aus Hörsching (auf halbem Wege zwischen Linz und
Wels gelegen) gemacht, das ungefähr die Höhe der beschriebenen
Reliefs hat. Auf jenen von Kenner beschriebenen Monumenten in
Hörsching und Schleistheim erscheinen übrigens in analoger Weise
Figuren in vierseitig abgeschlossenen Feldern; auch ein auf zwei an-
stossenden Seiten sculpiertes Werkstück hat sich dort gefunden. Eine
treffende Analogie aber bietet ein Stein aus Pechlarn selbst.

Im sogenannten Schlosse — jetzt im Besitze des Baron Borsch
v. Borsod — fand E. v. Sacken nebst dem Giebelstücke eines Grabsteines

Fig. 3.

einen dreiseitig sculpierten Cippus. Ich habe nur den letzteren Stein in
einem Obergeschosse des Gebäudes gesehen, Fig. 3. 4. 5.

Ein vierseitiges Prisina von 066 Höhe und trapez(?)förmiger Grund-
fläche, dessen Seiten 0-20, 0*27 und je 0-35 betragen; auf der oberen
Horizontalfläche ist mitten ein rechteckiges 0*08 tiefes Loch, am Rande ein
trapezförmiges von 0*02 Tiefe. Auf drei Seitenflächen sind rohgearbeitete
Iveliefs, vielfach verstümmelt, auf nischenartig vertieftem Grunde mit
grossentheils umlaufendem Rande. Die folgenden Abbildungen sind nach
Photographien gegeben, welche Herr v. Prandtstetter angefertigt hat.

Fig. 3. Eine 0*35 breite Seitenfläche, oben und rechts mit 0-06—0-04
breitem Bande, zeigt eine Jünglingsfigur mit auf der rechten Schulter
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