Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

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von drei Hunden angefallenen Aktaion, welcher in der typischen Weise in
der Rechten das Lagobolon schwingt, um den linken Arm scheint ein
Fell gewunden; das rechte Bein ist im Knie aufgestützt, die linke Hand
in die Hüfte gestemmt. Der Kopf von länglicher Form zeigt deutlich
zwei Hörner. Die Verstümmlung lässt nicht mit Sicherheit sagen, oh
die Verwandlung vielleicht auch durch einen Hirschkopf angedeutet
war; wie dies auch auf späteren Monumenten mitunter vorkommt, s. Bolte,
de mon. ad Odyss. pertin. p. 47, adn. 101.

Die Darstellung Aktaions — besonders häutig auf Sarkophagen —
weist auf ein Grabmonument; ich erinnere an das römische Stein-
monument aus Bierbach im Bliesthal, abgebildet und besprochen in der
Westd. Zeitschr. XI (1892) S. 99 f., und die in Österreich gefundenen
Aktaionreliefs vom Thurme zu Pettau (bei Conzc, Rom. Bildwerke II
S. 11, Taf. VII 2', im Museum in Salzburg n. 18 (erwähnt von Conze
a. a. 0. II S. 11) und in Stuhlweissenburg (A. E. 31. 1 S~7 S. 164).

In der südlichen Kirchenmauer sind sichtbar:

Ein Belief von fast quadratischer Form — die oberen Ecken
sind nur durch Bewurf verdeckt —, 0*72 breit, 0-85 hoch. Herr Greil
hat nach Abschlagen des Bewurfes festgestellt, dass unten eine 0*07,
oben eine 0-U8 breite Bandleiste das Belief begrenzen. Rechts fand er
neben einer O03 breiten Leiste „eine 0*06 breite Rundsäule" und
weiter rechts eine ebene Fortsetzung des Steines. Zur Linken schliesst,
wie auch aus dem auf der unten stehenden Zeichnung sichtbaren Profile
eines Capitells klar ist, eine Säule mit 0*02—O03 breitem Schaft das
Belief ab —Herr Greil sah auch hier nur eine Leiste —; ob sieh der
Stein nach links hin fortsetzt, haben wir noch nicht feststellen können.
Fig. 8. In die biossliegende stark verwitterte Oberfläche flach eingetieft,

Fig. 8.

Archäologisch epigraphische Mittheilungen XVIII, 1.

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