Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

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zwei Figuren. Zur Linken ein nackter Jüngling, den etwas gesenkten
Kopf nach links gewendet, in der von einem Gewandstück um-
schlungenen Linken einen Speer; die Leckte ist vor der Brust zu
denken. Erhöhungen über der linken Schulter und auf der Brust, die
vielleicht von einem Bande herrühren, sind bei Weiglsperger als Wein-
ranken gezeichnet. Rechts eine mit bis zu den Knöcheln reichendem,
doppeltem Gewände, bekleidete weibliche Figur, nach rechts bewegt,
das Gesicht, wie es scheint, dem Beschauer zugewendet; die Lochte
vor der Brust, während die Linke das Gewand aufnimmt. Neben dem
rechten Fasse des Jünglings erkennt man die Umrisse eines aufge-
schlagenen Diptychons.

Diptychon und Haltung des Jünglings erinnern an die Hippolyt-
Darstellungen auf Sarkophagen, wo jedoch das Diptychon in der Hand
Hippolyts oder der Amme oder einer begleitenden Figur erscheint; auf
dem Loden liegt es auf einem Wandgemälde aus Rom (Bartoli, pitture
antiche delle grotte di Roma T. 6, vgl. 0. Jahn, Archaeol. Leitr. S. 31 Ol
Hier bilden die zwei Figuren eine Gruppe für sich; man könnte daher
vermuthen, dass rechts die Amme dargestellt sei, welche nach dem
vergeblichen Versuche, Hippolyt zu gewinnen, forteilt. Auf den Sarko-
phagen erscheint die Amme stets zur Rechten Hippolyts, links von ihm
auf einem Wandgemälde aus den Titusthermen ( Archaeol. Ztg. 1883,

Fig. 9. In vierseitigem, 0*98 hohem, fast 0-40 breitem Felde — horizontal
eingemauert — eine männliche Figur, nach links bewegt; die erhobene
Rechte hält wohl einen Stein, die Linke trägt einen Knotenstock. Da
die Oberfläche sehr verwittert ist, erkennt man kaum die Reste eines
bis zu den Knieen reichenden gegürteten Gewandes; am rechten Leine

T. 7. 3).

Fig. 9.
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