Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

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Z. 15. Vor dem Steine sali ich zu Anfang- |:XI*, auf dem Alb-
klatsche V//.YI ■; vor der X glaube ich auf dem Abklatsche P zu er-
kennen. Die Zahl scheint nach dem Abklatsch XIII mit Punkt, meine
Abschrift zeigt XIIF.6)

Z. 16 lautet das Cognomen wohl Sarmino (Duellius gibt Sarminio),
nicht Samino, wie Apian hat; denn auf dem Steine ist zwischen den
Spuren von A und M ausreichend Raum für R.'j

Wir lesen demnach:

M. Scxtio Yettoniano aediili) m(unicipii) Aeliii) Cet(ii) an(norum)
LXX et Vindae Terti(i) f(üiae) con(iugi) an(norum) L, F. Ael{io)
Marciqno fiüio) mlhiti) coh(ortis) IUI prae(toriae) an(norum) XX,
stip (endiorum) III et Av[it]ae Maxsimi /(iliae) con(iugi) an(norum)
IXXX, JI. S\cxtio) S[exto\ qu(a)estor[i m(unicipiij] Aeliii) Cet[i(i)
an\ norum) L et] P[o]tita[e C[roti /(iliae) et M. Sicxtio) [S] . . . .
[vexill(ario) ? . . . VI. . . stip (endiorum)] XIII [an (norum) . . .1 et
Sex(tio) Sa[r]mi[n]o muliti) J(egionis) II Sev(erianae) an(norum) XXV.

Den Truppenkörper, bei welchem M. Sextius S... stand, habe
ich nicht herausgebracht. Über die Verwandtschaftsverhältnisse dieser
Sextii lässt sich folgendes vermuthen : 31. Sextius Vcttonianus war
zweimal verheiratet, zuerst mit der Vinda, deren Sohn (aus früherer
Ehe oder von einem Aelier adoptiert) P. Aelius Marcianus war, dann
mit der Tochter des Maximus, deren Sühne mit Hinzufügung der Gattin
des ersten folgen. Während sonst die Namen der einzelnen Personen
durch et verbunden sind, fehlt diese Verbindung zwischen der Vinda
und dem P. Ael. Marcianus, sowie zwischen der Tochter des Maximus
und den folgenden.

Dass der Beiname der legio II den terminus post quem gibt,
ist klar.

2. Vielleicht stellt mit dieser Inschrift die folgende in Zusammen-
hang, welche ebenfalls in St. Leonhard zum Vorschein kam. Der Stein
lag mit der Inschrift nach oben im Pflaster vor dem Hause Nr. 88 und
ist jetzt infolge der Bemühungen des nochwürdigen Herrn Prälaten
Ad. Dungl, der auf den Stein zuerst aufmerksam machte (s. Mitth. d.
Centralcomm. VI P- xcv imd A- E- M. IX 260), auch an der

äusseren Kirchenmauer befestigt; jetzt Suppl. zum CLL. III n. 11812.

Der Stein, oben rechts und links gebrochen, ist 0*60 hoch, 0'85
breit, 0-20 dick.

G) Darnach im Suppl. 11806: X1III.

') Auf dem Abklatsche glaubte ich MINO zu erkennen, danach Suppl.
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