Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

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IX 266 f.), 0*65 hoch, 0-78 breit, 0-25 dick, Buckstabenhöhe 0'10—0-09,
Zeilenabstand 0,04—0*03. Hechts von der Inschrift eine 021 breite
Bordüre aus Hohlkehlen, auf den übrigen drei Seiten gebrochen.8

V N*D I«

M.SNC
5 1JFF C:

Dungl ergänzte seiner Abschrift9) entsprechend und vielleicht mit
Rücksicht auf eine in den Mitth. d. Centraleomm., Supplb. (1874) S. 168
(s. Ephem. epigr. II 987) aus dem cod. 895 s. XVIII der Göttweiger
Bibliothek von ihm herausgegebene Inschrift10) folgendermaassen: [I(ovi)
oiptimo)' m(aximo)] [et] cun(ctis) di(is) [deabusque] Sancius T(itus) . . . .
sius Aug\ ustalis) .... fec{it). Dazu bemerkt Frankfurter (A. E. M. IX
266): „Wenn die Lesung' richtig ist, dürfte von Z. 3 vielleicht zu
ergänzen sein: [Ti]? Sancius T . . sius Auglustalis) [s(ua) pec(unia)
oder ähnlich1 fec{ it ).u

Meine Abschrift zeigt, dass eine solche Lesung unmöglich ist.

Z. 1 rührt die Rundung links von D her. Was Z. 3 nach C steht,
ist nicht klar, OvST sicher nicht; am Ende stand vielleicht ~E.

Z. 4 ist SANC deutlich wie in Z. 3 ; also etwa: I)(is) M(anibus) [See
oder Iuc\undi . . Sanc[ius] T . . . s et Sanc(ia) . . . fec(erunt).lx

In demselben Bauernhofe befinden sich noch andere Beste aus
römischer Zeit: Ober dem Thore das Griebeldreieck eines Grabsteines
— Adler mit ausgebreiteten Flügeln nach rechts spähend, darunter

8) 1889 war der Stein noch in einem Brunnen eingemauert; 1890 wurde er
herausgenommen und in der Seitenmauer eines neuerbauten Kellers befestigt.

9) / O M 10) I • O • M •

/ / CVN- DI ■ DI • DE-OM

/ / SAN OST l>- AELI

/ / SIYS NG etc.
/ / / / FE C

n) Fahrngruber (Vfergissmeinnichtkalender von St. Leonhard a. F. ls77) hat
den Stein verkehrt angesehen ; er las :

DLIS--

. D IV S AI S -

IONV--

ICIN--

--C -
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