Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

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zwei Delphine im Gegensinn angebracht —; in einer Nische der Thor-
mauer das Yordertheil eines kleinen ruhenden Löwen und in der Press-
hütte ein etwa 0*50 hohes und etwas breiteres Relief auf dem unter
zwei auf Säulehen ruhenden Bogen nackte männliche Figuren kaum zu
erkennen sind. Nach Fahrngruber sollen hier Reste antiken Mauer-
werkes mit Aschenkrügen, eine vergoldete Bronzestatuette und Münzen
gefunden worden sein (s. auch E. v. Sacken S. 61).

Im Jahre 1891 machte mir Herr Joh. Fasching, k. k. Postmeister
in Leonhard, die Mittheilung, dass in der Nähe des (Irtes ein stark ver-
witterter Römerstein ausgegraben worden sei; er beschreibt ihn, wie
folgt: ..Steinrelief, 0*80 breit, 0*60 hoch, Granit; auf einem Postament
eine Urne, rechts und links ein ruhender Löwe, ober der Urne Fragment
einer Säule." Vgl. Mitth. d. Centralcomm. 1891, S. 1*89.

(rossani, 1 Stunde nördlich von Emmersdorf a. d. Donau.

C. I. L. 5669, suppl. 11809, mächtiger Sandsteinblock in der
Form eines rechtwinkligen Parallelepipeds; 1*16 hoch, 0'91 breit, 0*56
dick, Inschriftfeld 0-96 hoch, 0-73 breit. Buchstabenhöhe 0'09—0*05,
Zeilenabstand 0'02. Der Stein bildete in der verfallenen Capelle des
h. Pancratius einen Theil des Altars (Epistelseite); jetzt soll der Stein
weggebracht worden sein.

A I V C C I O N I
NIGRINI-F-AN
XVI-ETSECVFDINÄ
F-AN-VI-CVPITA
5 MATER-VIVA-FECIT
ET- SIBI*

Aiuccioni Nigrini f(ilid) an(norum) XVI et Secundinae ßiliac)
an(norum) VI Cupita mater viva fecit et sibi.

Auf der linken Seitenfläche ist in schwachem Belief ein Kind,
völlig bekleidet, in Vordersicht dargestellt. In der Rechten hält es ein
Täubchen vor der Brust und streichelt es mit der Linken ; wohl die
sechsjährige Secundina. Auf der zur Zeit, als ich die Inschrift sah,
vermauerten rechten Seite soll eine Frau mit Apfel und Stäbchen ge-
bildet sein, s. Abbildung bei Kaiblinger Gesch. v. Melk T. 9.
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