Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

Seite: 49
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1895/0055
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
49

AE zu Anfang' der zweiten Zeile sieht wie nachgetragen aus;
im Corpus 5657 ist nach einer Abbildung- bei Hormayr (Archiv 1825,
31) noch eine vierte Zeile F C gegeben. E. v. Sacken sagt, dass dieses
Bruchstück auch eine Jag-d zeige. Ich habe nur das oben Gegebene
auf dem Steine bemerkt, er muss also seit seiner Auffindung in Mautern
eine Verstümmelung erlitten haben.

Die C. I. L. III p. 1063 mit der Notiz „Mautern rep. m. Dec.
a. 1872 misit P. Knöll . veröffentlichten Inschriften (6567 — 69)
konnte ich nicht sehen. 6567 existiert nicht in Göttweig, wie mir der
um die Alterthümer Xiederösterreichs hochverdiente hochwürdige Herr
Adalbert Dungl, Prälat von Göttweig-, auf das bestimmteste versicherte;
6568 vermochte ich in Mautern nicht aufzufinden, obwohl der Stein bis
1878 (s. E. v. Sacken S. 74) an der Kirche befestigt war; später
theilte mir Herr Prälat Dungl mit, dass er sich im sogenannten Stier-
schneiderhaus in Mautern befinde. 6569 wird wohl vermauert sein.

T u 11 n.

Vor der Dreikönigskapelle bei der Stephanskirchc zwei Römersteine
mit Reliefs auf einem Postamente (bei E. v. Sacken S. 124 erwähnt).
Ein Sandsteinblock von 0-90 Höhe und prismatischer Form, so an der

Fig. 15.

Rampe des Aufganges zur Kapelle befestigt, dass zwei Seitenflächen
sichtbar sind; darüber ein Fragment.

Die zwei sichtbaren Seitenflächen (0*52 und 0*54 breit) des unteren
Steines zeigen in vertieftem Felde mit rings umlaufendem, mehrfach
gegliedertem Rande, der oben Giebelform hat, die Einrisse je einer

Archüologisch-epigraphische Mittheüungen XVIII, 1. 4
loading ...