Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

Seite: 54
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Figur mit einem Himation, das den Oberkörper freilässt und in grossen
Falten herabfällt. Der etwas nach links gewendete Kopf trägt einen
Eichenkranz und eine Binde, deren Enden in Fransen auf beide
Schultern herabfallen. Er ist bis auf die Nasenspitze und Theile des
Kranzes intact. Als Stütze dient der Statue ein kurzer, stehender,
cylindrischer Körper hinter dem rechten Fusse. Die Rückseite ist zwar
bearbeitet aber nicht auf Ansicht berechnet, das Haar oben auf dem

Fig. 1. Kolossalstatue des Augustus.

Kopfe nur skizziert. Die Gewandbehandlung ist fein, der Körper durch-
scheinend. Die Bildung des Gesichtes, der Haare über der Stirne, der
Ohren stimmt mit den Portraits des Augustus überein, die Corona civica
kehrt unter anderem auf dem Augustuskopfe in München wieder (Brunn,
Beschreibung der Glyptothek Nr. 219, abg. Baumeister, Denkmäler des
classischen Alterthums I, S. 227, Fig. 180). Das Motiv der Figur scheint
sich an keinem der erhaltenen Portraits des Kaisers vollkommen genau
zu wiederholen. Gute Arbeit der ersten Kaiserzeit.
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