Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

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15. Idealer Ephefoenkopf.

Weisser Marmor. Höhe 0-34, Breite 0*215, Dicke 0-25, Gesiehts-
länge 0-19. Inv. Nr. fehlt. Vgl. Fig. 4 und 5.

Der Kopf sass auf einer modernen Feldherrnbüste auf, von der
wir ihn trennten. Zum Behufe dieser Aufstellung- hatte man die Bruch-
fiiielie des Halses glatt gesägt, mit einem Eisendühel versehen und mit
Gips verstrichen, auch die Nase in Gips ergänzt, welche Ergänzung'
indessen wieder verschwunden war. Verstössen sind theihveise die rechte
Augenbraue, die Lider des rechten Auges, die Lippen und Einzelnes

Fig. 4. Idealer Ephebenko})!' Fig. 5. Idealer Ephebenkopf

(Vorderansicht). (Profilansieht).

an Ohren und Haaren. Sonst ist die Epidermis gut erhalten und hat
keinerlei Überarbeitung erfahren.

Der Kopf ist ein wenig nach der linkeu Schulter geneigt und
blickt aus weit geöffneten, tiefliegenden Augen nach rechts. Er steht
den Köpfen aus den Giebeln von Tegea (Treu, Athen. Mitth. VI (1881),
S. 405 ff.; Taf. XIV) dem Meleager in der Villa Medici (Antike Denk-
mäler I, Taf. 40) und anderen auf Skopas bezogenen Typen nahe
(Graef, Rom. Mitth. IV (1889), S. 189 ff.; Sybel in Lützows Zeitschrift
für bildende Kunst X. F. II (1891), S. 249 ff., Rom. Mitth. VI (1891),
S. 241 ff. und Graef, Jahrb. d. Inst. IX (1894), S. 119 ff.). Überein-
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