Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

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Fig. 9. Unbärti^er männlicher Poitraittopf.

backen sind stark ausgeprägt. Zu vergleichen ist der in Olympia ge-
fundene Kopf eines julisch-claudischen Prinzen (abg. Ausgrabungen zu
Olympia V, Taf. 24, 1) und die Statue des sogenannten Germanicus
im Lateran (Benndorf-Schöne Nr. 103, abg. Bernoulli a. a. 0. H/1,
Taf. XI). Gute Arbeit des ersten Jahrhunderts n. Chr.

20. Männlicher Portraitkopf.

Weisser Marmor. Höhe 0*42, Länge von der Höhe des Scheitels
bis zur Spitze des Bartes 0-30, Gesichtslänge 0-17. Inv. Nr. 108.

Der Kopf war zum Einsetzen in eine Statue bestimmt. Die Nasen-
spitze ist abgebrochen und zeigt von einer modernen Ergänzung ein
Dübelloch. Oben auf der Höhe des Scheitels ein 0*01 breites und 0*03
tiefes kreisrundes Loch, im Nacken ein moderner Haken. Die Ober-
fläche hat überall gelitten und ist stark verwaschen. Geringe Arbeit.

Das Haar fällt in wenig gegliederten Büscheln tief in die Stirne und
die Schläfen, lässt die Ohren frei und geht nicht weit in den Nacken
hinab; oben und rückwärts ist es nur flüchtig bearbeitet. Auch der
Lippen- und Backenbart hat nur geringes Belief. Plastisch sind die
Augenbrauen angedeutet. Streifenartig schmal zieht sich durch das
Haar ein dünner Kranz von kleinen, spitzen Blättern. Das Gesicht hat
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